Sonntag, 25. August 2013

Griseldis - Forsetzung 5




Es ist kurz nach dem Mittagessen.
Vorsichtig schleicht Griseldis über den Korridor, während Julika an der Treppe Wache hält.
Eben will die Prinzessin die Türklinke zu Miss Bakers Zimmer herunter drücken, als ein leiser Pfiff ihrer Komplicin sie warnt.
Griseldis hebt den weiten Rock ihres Kleides etwas hoch und stolziert mit dem unschuldigsten Gesicht der Welt zu Julika hinüber.
Franz, der Kammerdiener kommt mit einem Tablett die Treppe herauf, wirft einen erstaunten Blick auf die beiden Mädchen und stolziert dann mit gemessenen Schritten weiter.
Kaum ist er verschwunden, huscht Griseldis in das Zimmer ihrer Lehrerin.
Nach wenigen Minuten ist sie wieder da, winkt ihrer Freundin und kichernd verschwinden beide in Julikas Zimmer.
Miss Baker kommt wenige Minuten später die Treppe herauf.
Wie immer um diese Zeit will sie ihr Schläfchen halten.
Sie betritt ihre Kammer, zieht die Vorhänge zu und trippelt zu ihrem Bett.
Mit einem Ruck wirft sie die Decke zurück und fängt an zu kreischen.
Ein kleiner grüner Frosch sitzt auf dem blütenweißen Linnen und starrt sie unschuldig an.
Jetzt durch das Kreischen erschreckt macht er einen großen Satz auf die alte Dame zu.
Das ist zu viel für die Gute.
Sie verlässt fluchtartig den Raum.
Prustend sinken die beiden Mädchen auf das Sofa.
Julika, ich wusste gar nicht, dass Miss Baker so schön kreischen kann,“ stöhnt Griseldis und vergräbt
das Gesicht in einem Kissen, von einem neuem Lachanfall geschüttelt.
Horch, es kommt jemand,“ flüstert Julika und sie eilen zur Tür und spähen hinaus.
Miss Baker und der König kommen die Treppe herauf, begleitet von zwei kräftigen Dienern.
Julika, wollen wir nicht hinüber gehen, vielleicht können wir behilflich sein?“
Die beiden Mädchen prusten los und laufen dann Hand in Hand über den Korridor.
Was sucht ihr denn,“ fragt Griseldis unschuldig, als sie das Zimmer von Miss Baker betreten.
Miss Baker wollte ihren Mittagsschlaf halten, da wurde sie von einem riesigen Tier angegriffen,“ gibt der König Auskunft.
Eifrig beteiligen sich die beiden Mädchen an der Suche nach dem „großen schrecklichen Tier.“
Während Miss Baker händeringend im Zimmer steht und ängstlich um sich blickt.
Endlich hat Griseldis das völlig verängstigte Tier gefunden und lässt es schnell in ihrer Tasche verschwinden.
Wenn nämlich der König den kleinen Frosch entdeckt, könnte er leicht unangenehme Fragen
stellen.
Unauffällig verlassen sie das Zimmer und eilen kichernd die Treppe hinunter.
Im Park setzen sie den Frosch ins Gras.
Froh, das unangenehme Abenteuer heil überstanden zu haben, hüpft er mit großen Sprüngen in den Teich.
Übermütig lachend fassen sich die Mädchen an den Händen und tanzen im Kreis herum, dann laufen sie hinüber zur Laube, wo Ricardo auf sie wartet.
Immer wieder von Lachanfällen unterbrochen erzählen sie ihm von Miss Bakers herrlichem Kreischen.
Die drei jungen Leute verleben noch einen vergnügten Nachmittag mit Federball spielen, singen und viel Gelächter.
Glücklicherweise ahnen sie nichts von den dunklen Plänen der Königin.