Freitag, 23. August 2013

Griseldis Fortsetzung 3





Die Turmuhr schlägt dreimal.
Eine dunkle Gestalt huscht durch den Schlosspark.
Es ist die Königin.
Sie hat sich einen weiten dunklen Umhang umgeworfen und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Jetzt bleibt sie stehen und lässt dreimal den Ruf eines Käuzchens ertönen.
Es raschelt im Gebüsch und ein altes Weib tritt heraus.
Sie zieht die Königin nahe zu sich heran und betrachtet sie kichernd.
Weit hast du es gebracht, Täubchen, bist gar Königin geworden.“
Unwillig löst diese sich aus ihrem Griff.
Ja,ja, Mutter, das ist jetzt unwichtig, ich habe mein Ziel erreicht, aber eines stört mich, meine Stieftochter!“
Wieder lässt die Alte ihr meckerndes Lachen hören.
Ja die Prinzessin ist wunderschön und vor allem noch sehr jung und das allein ist schon Schönheit genug, nicht wahr mein Täubchen,“ feixt sie boshaft.
Die Königin wirft ihr einen bösen Blick zu.
Das weiß ich alles selbst, sag mir lieber was gedenkst du zu tun, das Mädchen muss verschwinden!“
Sie ballt die Fäuste und in diesem Moment sieht ihr verzerrtes Gesicht alles anderes als schön aus.
Ihre Mutter betrachtet sie einen Moment spöttisch, dann meint sie:
So einfach wird es nicht sein, denn ich kann deine Stieftochter weder verzaubern noch töten.“
Wütend funkelt die Königin ihre Mutter an.
Was soll das heißen, hat das Alter dir deine Kräfte geraubt!“
Wieder kichert die Alte.
Das wohl nicht, aber die Patin deiner reizenden Stieftochter ist die Fee Lilofee und ein großer Schutzzauber umgibt sie.“
Warum bist du dann überhaupt gekommen, wenn
du mir sowieso nicht helfen kannst!“
Die Königin knirscht mit den Zähnen.
Aber sie muss fort! Ich kann ihren Anblick nicht ertragen!“
Die alte Frau tritt näher und grinst verschlagen.
Täubchen, hat deine Mutter dich schon einmal im Stich gelassen. Außerdem ist Lilofee gerade nicht im Lande, das passt gut.
Ich habe hier ein Pulver, das wird sie nicht verzaubern, nicht töten aber sie wird das Gedächtnis verlieren. Gib es ihr morgen Abend in den Tee.
Ich komme dann und bringe sie weit weg.“
Sie kichert noch einmal hämisch, dann verschwindet sie in einem Nebel.
Die Königin steht noch einen Moment sinnende da, dann lächelt sie triumphierend und geht zurück ins Schloss.



Kommentare:

  1. So eine Gemeinheit! Aber ich bin davon überzeugt, dass sich noch alles zum Guten wenden wird.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag, liebe Lore
    herzliche Grüße
    Regina

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  2. Davon bin ich auch überzeugt!
    LG Martina

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Für die lieben Kommentare möchte ich mich bedanken, ich freue mich über jeden einzelnen, auch wenn ich nicht immer dazu komme, sie zu beantworten.