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Freitag, 21. November 2025

Reise in die Vergangenheit











 Die Reise in die Vergangenheit



Sebastian sitzt neben seinem Freund Rudi in der Schulbank und sieht angestrengt nach vorne.
Frau Kebinger erzählt über das Mittelalter und wie die Menschen damals lebten. Recht anschaulich schildert sie gerade einen mittelalterlichen Markt.
Und Sebastian denkt, was für ein tolles Erlebnis das doch wäre so einen Markt zu besuchen. Oh ja, das würde ihn schon reizen!
Doch ihm fällt es schwer sich zu konzentrieren.
Sein Hals schmerzt, seine Ohren sausen und sein Kopf fühlt sich an wie Gummi.
Hatschi!
Gesundheit!“ ruft die ganze Klasse und auch die Lehrerin schmunzelt.
Doch dann wird ihr Blick ernst und mit drei langen Schritten ist sie bei dem Jungen und legt ihm die Hand auf die Stirn.
Du glühst ja vor Fieber! Rudi begleite Sebastian in das Sekretariat. Frau Hagemann soll seine Mutter anrufen!“
Kurze Zeit später liegt Sebastian zu Hause im Bett, Doktor Waller beugt sich über ihn und der Junge muss bittere Medizin schlucken.
Viel trinken und schlafen,“ hört er noch, dann fallen ihm schon die Augen zu.

(c) L.P:




Laut gähnend reckte Sebastian beide Arme, öffnete die Augen und staunte.
Er lag auf einem Strohsack in einem kleinen Raum.
In der Mitte war eine Feuerstelle und der Rauch kroch wie eine Schlange nach oben und verschwand durch das Dach.
Ein Tisch und grob gezimmerte Stühle nahmen die Hälfte des Zimmers ein und in der Ecke stand eine große Truhe.
Seine Mutter kam aus einem Nebenraum, aus dem das Muhen einer Kuh und das Grunzen von Schweinen drang.
Guten Morgen, du Faulpelz, nun aber geschwind, treib die Kuh auf die Weide, bring die Schweine in den Pferch, Futter habe ich dir schon vorbereitet. Dann gehst du mit den Gänsen auf die obere Wiese.
Vater ist schon längst auf dem Feld und du weißt, er sieht es gar nicht gern, wenn du so lange schläfst.“
Seufzend kroch Sebastian unter der Felldecke hervor, ging in den Hof und steckte den Kopf unter die Pumpe.
Das kalte Wasser vertrieb den letzten Rest Schlaf und er lief in den Stall.
Er gab der Kuh einen Klaps auf das Hinterteil und sie trottete los. Nachdem er das Gatter der Weide geschlossen hatte, rannte er zurück und trieb die Schweine in den Pferch.
Grunzend und schmatzend stürzten sich diese auf den Trog in den er den Eimer mit Essensresten kippte.
Seine Mutter kam aus dem Haus und reichte ihm einen Lederbeutel mit seinem Frühstück.
Vergnügt pfeifend hängte er sich die Tasche um, riss von einem Busch eine Gerte und öffnete die Tür des Schuppens.
 
(c)  Irmi Brüggemann
 

Schnatternd und mit hoch erhobenen Köpfen watschelten die zehn Gänse auf den Hof und Sebastian trieb sie mit der Rute wedelnd vor sich her, den Hang hinauf.
Da er Hunger hat setzte er sich unter einen Baum und biss mit kräftigen Zähnen in den harten Kanten Brot und das Stück Käse, während die Gänse schnatternd und nach
Futter suchend sich auf der Wiese tummelten.
Bäuchlings vor dem kleinen Bach liegend schlürfte er das klare Wasser.
Dann legte er sich ins Gras und guckte in die Wolken.
Er liebte die Stunden am Vormittag, wenn er nur auf die Gänse aufpasste, denn am Nachmittag musste er dann mit dem Vater aufs Feld.
Lautes Bellen war zu hören und die Gänse schnatterten aufgeregt.
Grinsend setzte der Junge sich auf und blickte seinem Freund Rudi und dessen Hund Wolf entgegen.
Der Hund erreichte ihn als erster und begrüßte ihn stürmisch.
Rudi ließ sich neben ihm ins Gras fallen. Rudi war der Sohn des reichen Bürgermeisters und konnte den ganzen Tag durch die Gegend stromern. Er musste nicht mitarbeiten, denn seine Eltern konnten sich Knechte und Mägde leisten. Auch hatte er einen Hauslehrer, der ihm Lesen und Schreiben beibrachte.
Hast du heute keinen Unterricht?“
Rudi grinste.
Mein Lehrer muss heute in der Amtstube helfen.
Stell dir vor ein Ritter ist im Dorf. Er kommt aus dem Morgenland und hat ein gar seltsames Tier dabei, das ein Mann führt, der komisch gekleidet und im Gesicht ganz schwarz ist.
Das kommt von der heißen Sonne im Morgenland.“
Ach das würde ich gerne sehen,“ rief Sebastian voller Sehnsucht.
Rudi sprang auf. „Das kannst du doch, sie wollen das Tier auf dem Markt zeigen. Wenn wir den Weg über den Hang nehmen sind wir in einer Viertelstunde im Dorf!“
Aber die Gänse?“
Rudi winkte ab. „Wolf passt auf sie auf!“
Der Hund, der seinen Namen hörte, sprang
schwanzwedelnd hoch.
Rudi sah ihn ernst an und hob den Finger.
Wolf du passt auf die Gänse auf!“
Der Hund bellte kurz und legte sich wieder nieder.
Als hätte er verstanden was sein Herrchen wollte, ließ er das Federvieh nicht mehr aus den Augen.
Beruhigt lief Sebastian neben seinem Freund den Hang hinunter, denn er weiß, dass Wolf ein guter Wachhund ist.
Etwas atemlos kamen sie auf dem Markt an.
Das Gackern der Hühner und Schnattern der Gänse, die in Käfigen auf dem Boden neben einem Eselskarren standen vermischten sich mit dem Lärmen der Marktschreier, die mit derben Sprüchen ihre Ware anpriesen.
Der Gesang des Bänkelsängers ging dabei fast unter und man musste ihm schon ziemlich nahe sein, um seine in Reim gefassten schaurigen Lieder zu verstehen.
Beim Refrain sangen die Umstehenden lautstark mit.
Auch Sebastian und Rudi blieben eine Weile stehen und betrachteten schaudernd die grausigen Bilder, die der bunt gekleidete Sänger bei jeder Strophe zeigte.
Doch dann zogen sie weiter an Ständen mit Gemüse, Brot, Eiern, Fisch, Geschirr und Kleidern vorbei.
Sogar vergoldete Marienstatuen gab es zu sehen.
An einem Stand kaufte Rudi für sie beide einen der leckeren kleine Honigkuchen und während sie genussvoll das klebrige Gebäck verspeisten, sahen sie den Gauklern und Jongleuren zu.
Das Plärren eines Quacksalbers zog sie in ihren Bann, der während er mit einem Stößel in einer Schale Kräuter zermalmte, seine Wundersalbe anpries.
Doch dann zog Rudi seinen Freund weiter, denn er hatte das seltsame Tier entdeckt.
Und wenig später standen sie staunend vor dem goldbraunen Tier, das ein Mann mit einem breiten Grinsen und rabenschwarzen Gesicht an einer Leine hielt.
Mit offenem Mund starrte Sebastian das komische Tier an.
Auf einem Hals, der wie eine Schlange geformt war befand sich ein kleiner Kopf der spitz nach vorne lief.
Auf seinem Rücken saßen zwei Berge, durch ein tiefes Tal getrennt, die bei jeder Bewegung etwas wackelten.
Das Tier stand mit hoch erhobenem Kopf da und blickte arrogant auf die ihn umgebende Menge.
Der dunkle Mann, der ein seltsam geformtes Tuch auf dem Kopf trug, fragte nun mit einem breiten Grinsen und in gebrochenem Deutsch, ob jemand Lust hätte auf dem Kamel zu reiten, doch niemand traute sich.
Da schwang er sich selber hinauf und verließ den Markt von den johlenden Kindern begleitet.
Sebastian hielt Rudi zurück, denn eben hatte die Turmuhr elf Uhr geschlagen.
Die beiden wollten gerade den Markt verlassen, da sahen sie Lisa, die auch das Tier sehen wollte und Sebastian stellte ihr ein Bein.
Das Mädchen stürzte und heulte los und die Jungen lachten aus vollem Hals.
Da wurden sie plötzlich an den Ohren gepackt und ein Ritter in einem Kettenhemd und einem großen Schwert an der Seite, musterte sie finster.
Junge Herren, das war nicht sehr ritterlich von euch, wisst ihr nicht, die größte Tugend eines Ritters ist es, die Damen zu schützen, zu ehren und vor Gefahren zu bewahren.“
 
(c)  Monika Mandelik

Er reichte Lisa seine Hand und zog sie hoch, dann hielt er ihr ein sauberes weißes Taschentuch, in das ein Monogramm gestickt war, hin.
Trocknet euch die Tränen, holde Maid, das Tuch dürft ihr behalten und ihr...“ wandte er sich an die Buben, die mit betretenem Gesicht zu Boden starrten.
Werdet euch jetzt bei dieser jungen Dame entschuldigen und wehe, ihr tut ihr noch einmal etwas zuleide, dann komme ich über euch.“
Sebastian und Rudi murmelten eine Entschuldigung.
Lisa streifte sie nur mit einem verächtlichen Blick, dem Ritter aber schenkte sie ein strahlendes Lächeln und lief davon.
Der Ritter schmunzelte und gab den beiden einen Klaps auf den Kopf, dann schritt er Sporenklirrend zu seinem Pferd.
Die Jungen aber verließen still und beschämt den Marktplatz.
Bevor sie sich trennten, schworen sie, das Abenteuer zu verschweigen.

Das Fieber ist gesunken, er ist über den Berg,“ hört Sebastian eine Stimme und öffnet die Augen. Seine Mutter beugt sich über ihn und Tränen rinnen aus ihren Augen.
Das blasse sorgenvolle Gesicht seines Vaters erscheint hinter ihr und auch das vergnügte Gesicht von Doktor Waller.
Ich hab Hunger!“
Dröhnend lacht der Arzt: „Na geben sie ihm mal eine kräftige Hühnerbrühe und später etwas Grießbrei!“
Eine Woche später darf Sebastian wieder zur Schule gehen und wird begeistert von seinen Mitschülerin umringt.
Etwas abseits steht Lisa, die von Sebastian immer nur geärgerte wurde.
Der Junge bahnt sich einen Weg zu ihr und streckt dem Mädchen die Hand hin.
Guten Tag, Lisa, es tut mir leid, dass ich dich immer an den Zöpfen ziehe, oder ein Bein stelle.
In Zukunft werde ich mich wie ein echter Ritter benehmen.“
Lisa starrt ihn an, dann prustet sie los.
Du spinnst! Das Fieber ist dir wohl nicht bekommen!“
Alle lachen!

© Lore Platz 19.08.2014



Dienstag, 18. November 2025

Erinnerungen








Erinnerungen

Hannelore ging langsam den Kiesweg entlang und blieb dann vor dem Grab ihrer Oma stehen.
Sie legte den bunten Blumenstrauß ab und zog die gläserne Vase aus der schwarzen weichen Erde inmitten des steinernen Vierecks.
Am nahegelegenen Kompost entsorgte sie die verwelkten Blumen, spülte die Vase aus und füllte sie mit frischem Wasser.
Während sie die Blumen liebevoll arrangierte, liefen ihr die Tränen über das Gesicht.
Oma, ich vermisse dich so, hast dich einfach still und heimlich davon geschlichen, während ich mitten im Examen steckte. Nichts gesagt hast du mir, wie krank dein armes Herz war, wolltest mich nicht belasten.
Aber wenigstens hat der Arzt gesagt, du bist ganz friedlich eingeschlafen. Dabei wollte ich dir doch Lutz vorstellen, du hättest ihn sicher gemocht. Ach Omi, ich lieb dich so!“
Das Mädchen erhob sich, faltete die Hände zu einem stummen Gebet und verließ mit gesenktem Kopf den Friedhof.
Wenig später hielt ihr Auto vor dem kleinen ärmlichen Häuschen der Oma.
Beide Hände auf dem Lenkrad betrachtete sie den verwilderten Garten, den Apfelbaum an dem noch die Schaukel hing, die der Opa ihr aufgehängt hatte, als sie damals nach der Scheidung ihre Eltern von ihrer Mutter bei
deren Eltern abgeliefert wurde wie ein lästiges Paket.
Weder der Vater noch die Mutter wollten sie in ihr neues
Leben mitnehmen.
Mit unendlicher Liebe hatten sich die Großeltern dem verstörten Kind angenommen.
Nach dem Abitur hatte sie dann weiter entfernt einen Studienplatz bekommen und konnte nur noch gelegentlich zu Besuch kommen, denn das Fahrgeld war teuer und sie hatte auch noch einen Job als Kellnerin in einem Studenten- Cafe.
Als sie im zweiten Semester war, starb der Großvater und sie war sofort nach Hause geeilt, um der Großmutter zur Seite zu stehen.
Als alles erledigt und vorüber war, hatte die Oma sie energisch weg geschickt, denn der Opa würde sich freuen wenn sie ein gutes Examen machte.
War er doch so stolz auf seine kluge Enkelin.
Und sie hatte sich noch mehr in ihre Studien gestürzt, erstens, um zu vergessen, aber auch um ihren Großeltern zu danken, die soviel für sie getan hatten.
Dann hatte sie ihr Examen mit Eins gemacht und gerade ihre Koffer gepackt, Lutz, den sie ihrer Oma vorstellen wollte wartete schon unten in seinem alten VW-Käfer, da kam das Telegramm.
Verzweifelt und entsetzt hatte sie dagesessen bis Lutz herauf kam und sie in die Arme nahm.
Und statt auf Besuch waren sie zu einer Beerdigung gefahren.
Da kein Testament vorhanden war, hatte ihre Mutter das Haus geerbt und schnellst möglichst verkauft.
Sie hatte ihre Tochter aufgefordert, ihre persönlichen Sachen und das der Oma aus dem Haus zu holen, bevor am Montag die Firma, die das Haus ausräumen würde, kommt.
Hannelore nahm den Schlüssel aus dem Blumentopf neben dem Eingang und betrat das Haus.
Im Flur hingen mehrere Mäntel und Jacken übereinander auf den Hacken. Verschiedene Schuhe lagen kreuz und quer darunter.
Liebevoll lächelnd betrachtete das Mädchen das Chaos. Von Ordnung hielt Oma nie viel.
Eine Wohnung ist keine Schonung, man muss sehen, dass darin das Leben stattfindet,“ pflegte sie zu sagen, wenn der Opa über ihre Unordnung meckerte.
Hannelore ging in die kleine beige geflieste Küche. Wie viele gemütliche Stunden hatten sie drei hier verbracht. Opa hatte die Oma immer geneckt, und die sich vergnügt zu wehren gewusst.
Hannelore hatte gekichert und sich gewünscht, auch einmal so eine glückliche Ehe zu führen.
Sie ging hinüber in die kleine Wohnstube, öffnete das Fenster, um die abgestandene Luft hinaus zu lassen.
Eine Biene kam summend herein geflogen, prallte gegen die Wand, dann gegen die Scheibe und fand endlich wieder den Weg in den Garten.
Hannelore strich liebevoll über die Lehne des alten Sessels. Hier hatte die Oma immer gesessen und ihr aus einem alten zerfledderten Märchenbuch vorgelesen, während sie auf dem Fußbänkchen saß, den Kopf an Omas Knie gelehnt und lauschte.
Der Opa war am Tisch gesessen, die geliebte Pfeife im Mund und tat als würde er Zeitung lesen.
In Wirklichkeit hörte er auch zu, aber dass hätte er niemals zugegeben.
Hannelores Blick wanderte zum Schrank, auf dessen unterer Ablage große ziemlich schiefe Stapel alter Zeitungen sich türmten.
In dem Regal darüber lagen kunterbunt durcheinander einige Bücher.
Das Mädchen holte das Märchenbuch heraus und blättert versonnen darin.
Träumst du mal wieder, Sprösschen,“ erklang Lutz Stimme hinter ihr.
Jubelnd fiel sie ihm um den Hals.
Wo kommst du denn her!“
Hab mir frei genommen, konnte dich doch nicht allein
lassen mit dem ganzen Kram hier.“
Grinsend sah er sich um.
Jetzt weiß ich woher du deinen Hang zur Unordnung hast.“
Spielerisch knuffte sie ihn in die Seite.
Nun begannen sie alle Dinge, die Hannelore gern behalten wollte in die Umzugskartons zu packen.
Die Schubladen, die vor Papieren überquollen schütteten sie in einen Wäschekorb.
Den Papierkram wollten sie zu Hause erledigen.
Die Fotoalben und Bücher legten sie dazu.
Zwei Stunden später lümmelten sie erschöpft aber froh auf dem alten Sofa.
Lutz ließ grinsend seinen Blick durch den Raum gleiten.
Gemütlich hier!“
Trotz Unordnung?“ spottete Hannelore.
Lutz küsste sie auf die mit Sommersprossen übersäte Nase, deshalb nannte er sie auch Sprösschen, und erklärte.
Seit ich dich kenne, liebe ich Unordnung geradezu!“
Das Mädchen rammte ihm den Ellbogen in die Seite.
Aua!“
Dann legte sie ihren Kopf an seine Schulter und Lutz schmiegte seine Wange auf ihr Haar.
Hannelore war, als hörte sie ihre Oma kichern.
Oh ja, Lutz hätte der Oma gefallen.

© Lore Platz 27.05.2014








Sonntag, 1. Juni 2025

Schuhe

 

 


 

 

1. Juni 2025

 

Es gab mal einen Schlager:  Kinder wie die Zeit vergeht. 

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Viel Spaß beim Lesen! 

 

 

 

 

Juni 2015






Als mir eine Bekannte erzählte, dass ihre Tochter so viele Schuhe hätte, dass sie sich einen größeren Schrank kaufen musste, obwohl viele dabei sind, die sie nie mehr anzieht, dann war mein erster Gedanke, warum sortiert sie diese nicht aus, verschenkt oder gibt sie an einen Secondhand -Laden.
Heutzutage sind Schuhe für uns etwas alltägliches und nicht mehr wegzudenken.
Mindestens zwanzig Paar hat jeder von uns doch in seinem Schrank, von den bequemen Puschen bis zu den Stöckelschuhen heute nennt man sie ja Highheels.
Es bedeutet wörtlich übersetzt: ' Hohe Fersen'
Und es sind wirklich oft schwindelerregende Höhen auf denen manche Menschen oft durch die Gegend
stöckeln.
Ich zittere immer ein wenig, wenn ich eine Künstlerin in hohen Haken die Showtreppe herunter komme sehe und überlege, welche Schwerkraft wohl verhindert, dass sie nicht stürzt.
Wusstet ihr, dass die Stöckelschuhe Anfang des 20igsten Jahrhundert erfunden wurde und dass Marlene Dietrich eine der ersten war, die sie bei öffentlichen Auftritten trug.
 
 

 
Vor sechzig  Jahren konnte sich noch nicht jeder Schuhe leisten. Eine Bekannte von mir erzählte mir, dass sie als Kinder so arm waren, dass sie Sommer und Winter barfuß liefen.
Und die Winter damals waren noch ziemlich hart.
Deshalb waren sie immer froh, wenn sie auf der Weide einen frisch gefallenen Kuhfladen fanden, denn darin konnten sie ihre Füße aufwärmen.
Ich war wirklich schockiert, als ich dies hörte.
Dass wir einmal keine Schuhe hatten, daran konnte ich mich nicht erinnern.
Natürlich liefen wir im Sommer barfuß und ich liebte es durch das kühle Gras zu laufen.
 
 

 
Doch einmal bin ich auf eine Biene getreten, ach was hat Klein Norle da geweint. Doch meine Mutter machte einen kühlen Verband mit essigsaurer Tonerde und alles war wieder gut.
Meine Mutter war eine sehr elegante Frau, die wunderbar mit der Nähnadel umgehen konnte und deshalb waren wir trotz der schlechten Zeiten immer gut gekleidet.
Auch besaß sie ein paar Stöckelschuhe, in die ich zu gerne schlüpfte und mich wie eine große Dame dabei fühlte.
Und meine kleine Freundin und ich spielten gerne Schuh verkaufen.
Dazu holten wir sämtliche Schuhe aus dem Schrank und in abwechselnder Kleidung natürlich aus Mutters Schrank kauften wir nun ein.
Einmal als feine Dame, einmal als armes Mädchen unsere Fantasie war grenzenlos.
Übrigens könnt ihr euch noch an die Salamander Schuhe erinnern?
Ich liebte sie und freute mich immer, wenn meine Mutti mit mir zum einkaufen in den Schuhladen ging.
Nicht wegen den Schuhen, sondern weil man immer das Bilderbuch von Lurchi geschenkt bekam.
Mein Vater wurde 1915 in Pirmasens geboren, der Schuhmetropole von einst und er hat als Junge nach der Schule eine Lehre in einer der großen Schuhfabriken als Zuschneider abgeschlossen.
 
Wusstet ihr, dass es die Römer waren, die als erstes einen linken und rechten Schuh fertigten. 
Die Herstellung bedeutete zwar einen größeren Aufwand aber es führte zu einem größeren Tragekomfort.
Doch das Wissen verschwand mit dem Untergang des römischen Reiches.
Statt für den rechten und linken Fuß einen eigenen Leisten zu machen, arbeiteten die Schuhmacher mit einem gleichen Leisten für beide Füße.
Diese Lederschuhe waren unangenehm zu tragen und so ließ sich der Adel im Barock die Schuhe von den Bediensteten einlaufen.
Erst Ende des 19ten Jahrhunderts gab es wieder verschieden gefertigte Leisten.
Welch ein Glück, sonst würden wir wohl nicht so bequemes Schuhwerk besitzen.
Obwohl manche Kreationen kommen wir doch manchmal wie ein Folterwerkzeug vor.
Schönheit muss leiden!
 
Man sagt ja Schuhe unterstreichen die sinnliche Ausstrahlung.
Und ein zierlicher Damenfuß ist ein weit verbreitetes Schönheitsideal. 
Besonders in China wurden den Mädchen bereits als Kleinkinder die Füße gebunden, um sie so am wachsen zu hindern.
1000 Jahre hielt sich diese grausame Mode. Verkrüppelte Zehen, gebrochene Knochen und Füße zehn Zentimeter klein wie eine Lotusknospe, das fand der Kaiser erotisch.
Erst im 20igsten Jahrhundert unter Mao Zedong wurde diese sehr schmerzhafte Behandlung verboten.
Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, es ist zehn Minuten vor neun also will ich es kurz machen und euch nur noch einen schönen Donnerstag wünschen.

© Lore Platz
 
 
Die roten Lackschuhe


Auf dem Weg zur Schule kam die achtjährige Anneliese an einem Schuhgeschäft vorbei.
Über dem Eingang hing ein goldenes Messingschild von dem der gestiefelte Kater frech herunter grinste und wenn der Wind ging, dann machte das Schild „bling,bling“
Dieses Schild hatte das Mädchen zuerst angelockt, doch seit einigen Tagen standen rote Lackschuhe im Schaufenster und Anneliese konnte sich nicht sattsehen.
Ganz platt drückte sie sich ihre Nase und bewunderte die schönen roten glänzenden Schuhe, die auf einem Podest standen.
Wie sehr wünschte sie sich, diese Schuhe zu besitzen, aber sie wusste, es ging nicht, denn ihr Vater war arbeitslos und suchte schon so lange nach Arbeit.
Ganz traurig war er geworden und auch die Mama die doch früher immer so gerne lachte und sang, war jetzt immer blass und still.
Anneliese würde nichts von den Schuhen erzählen, das sollte ihr Geheimnis bleiben.
Auch heute hielt sie vor dem Geschäft und drückte ihre Nase ganz fest an die Scheibe des Schaufensters, um „ihre“ Schuhe zu betrachten.
Doch was war das?
Ein Gesicht erschien und eine Hand griff nach den Schuhen und dann war das Podest leer.
Anneliese erschrak.
Traurig starrte sie vor sich hin und in ihren Augen sammelten sich Tränen.
Die Tür des Schuhgeschäfts öffnete sich und eine elegant gekleidete Dame, die ein Mädchen an der Hand führte, trat heraus.
Als sie die kleine Vortreppe herunter kamen, sah Anneliese :
Das Mädchen trug die roten Lackschuhe.
Anneliese wandte sich um und lief blind vor Tränen los.
Der Schulranzen auf ihrem Rücken hüpfte auf und ab und
die Tränen rannen nur so über ihr Gesicht.
Als sie das Miethaus betrat, setzte sie sich erst einmal auf die Holztreppe, um zu verschnaufen und die Tränen zu trocknen.
Die Mutter hatte scharfe Augen und würde nur fragen, warum sie geweint hatte.
Anneliese legte den Kopf in beide Hände und versuchte an etwas Schönes zu denken, das hatte die Oma immer zu ihr gesagt.
Ach die Oma, die war vor einem Jahr gestorben, wenn die doch hier wäre.
Mit ihr könnte sie über die schönen roten Lackschuhe sprechen.
Oben ging eine Tür und Anneliese sprang schnell auf und ging mit gesenktem Kopf die Treppe hinauf.




Als sie am Abend im Bett lag, dachte sie wieder an das Mädchen, das nun „ihre“ Lackschuhe trug.
Ach wie froh und glücklich würde diese sein.
Auf einmal war ihr, als würde die Oma ihr tröstend über das Haar streichen, wie sie es so oft getan hatte.
Und ihr fiel ein, was die alte Frau immer zu ihr gesagt hatte.
Wenn du einmal ganz traurig bist und mit niemanden über deinen Kummer sprechen kannst, dann erzähle es dem lieben Gott, der hört immer zu und vielleicht hilft er dir ja auch.“
Anneliese faltete die Hände und sprach sich ihren ganzen Kummer von der Seele.
Dann nahm sie ihren Teddy in den Arm und schlief getröstet ein.

Am nächsten Tag musste sie ihre Mutter in den Kleiderladen begleiten.
Dort gab es Kleider und viele Sachen zum Anziehen umsonst, gespendet von Leuten, die sie nicht mehr haben wollten.
Lustlos betrat Anneliese das Geschäft. Viele Menschen wühlten an den Sammeltischen und auch ihre Mutter ging zu ihnen.
Das Mädchen aber stromerte durch die Halle und sah sich gelangweilt um.
Da blitzte es rot vor ihren Augen auf.
Das waren doch die roten Lackschuhe, die das reiche  Mädchen gestern getragen hatte.
Anneliese lief an den Stand und fuhr behutsam über das rote Leder.
Gefallen sie dir?“
Die Kleine sah auf und nickte.
Die freundliche Dame lächelte und nahm die Schuhe und stellte sie auf den Boden.
Probier mal, du hast Glück, die sind noch ganz neu. 
Das Mädchen, dem sie gehörten wollte sie nicht mehr, weil sie angeblich drücken und das Dienstmädchen von Frau Bergmeister hat sie heute morgen vorbeigebracht.“
Anneliese schlüpfte in die Schuhe.
Sie passten wie angegossen!
Du kannst sie behalten!“


© Lore Platz  Juni 2015




Sonntag, 3. November 2024

Einmal Himmel und zurück

 
 

Für mich ist der Monat November  ein besinnlicher Monat, an dem ich mich mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftige. Vielleicht gefällt euch die Geschichte.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!







Einmal Himmel und zurück


Anna stand vor der Tür der kleinen Bergpension und genoss den Ausblick.
Als sie vor fünf Tagen hier ankam, war sie verzweifelt und total unglücklich und ihr Leben ein einziger Scherbenhaufen.
Doch die herrliche Landschaft, die Freundlichkeit der Menschen und ihre täglichen einsamen Wanderungen in den herrlichen Bergen, hatten sie viel ruhiger werden lassen.
Außerdem war sie, als sie einen verwundeten kleinen Falken gefunden hatte und ihn, in ihre Jacke gewickelt, ins Tal brachte, dem hiesigen Tierarzt Jochen Berner begegnet und seine liebevolle Art mit dem Tier umzugehen hatte eine Seite in ihr zum klingen gebracht.
Hinter ihr trat die mollige Pensionswirtin aus der Tür.
Fräulein Anna, ich habe ihnen eine Brotzeit gerichtet und eine Thermoskanne mit Kaffee, hell und süß, wie sie ihn mögen.“
Dankend nahm die junge Frau die Kanne und die eingewickelten Brote und verstaute sie in ihrem Rucksack.
Die Wirtin drückte ihr nun noch einen Plan in die Hand.
Hier sind die Schutzhütten verzeichnet, versuchen sie immer in deren Nähe zu bleiben, denn das Wetter schlägt schnell um in den Bergen.
Anna schulterte ihren Rucksack und mit einem Gruß ging sie den Abhang hinunter und dann hinauf Richtung Gogelalm.








Einige Stunden wanderte sie nun schon in der sengenden Hitze, ließ sich dann an einem Felsen nieder und machte Brotzeit.
Tief aufatmend schweifte ihr Blick umher und plötzlich fiel ihr auf, dass die Vögel verstummt waren und auch sonst lähmende Stille herrschte.
Dunkle drohende Wolken türmten sich am Himmel und ein heftiger Wind brachte die Bäume und Gräser zum Zittern.
Anna faltete den Plan auseinander, um die nächste Schutzhütte zu suchen, doch der Sturm der jetzt aufbrauste, riss ihr das Blatt aus der Hand, spielte mit ihm und trieb es wild aufheulend vor sich her.
Das Mädchen raffte ihre Sachen zusammen und rannte los.
Bald bemerkte sie, dass sie sich vollkommen verirrt hatte.
Ein Poltern hinter ihr ließ sie umschauen und entsetzt sah sie, wie Geröll und Steine sich vom Berg lösten und direkt auf sie zukamen.
Mehr schlitternd als rennend lief sie den Weg nach unten, das Tosen hinter ihr nahm kein Ende.
Dann spürte sie einen harten Schlag auf dem Kopf und um sie war Schwärze.





Stimmen und Licht umgab sie und sie fühlte sich wie in Watte gepackt.
Dann hörte sie einen entsetzten Aufschrei:
Herzstillstand, wir verlieren sie!“
Eine andere Stimme brüllte: „Reanimieren!“
Anna aber fühlte sich sehr glücklich und sah sich plötzlich in einem Tunnel, an dessen Ende ein helles strahlendes Licht leuchtete.
Sie lief darauf zu und kam auf eine herrliche sonnenbeschienene Wiese voll leuchtender Blumen, von Bienen um schwirrt und Schmetterlingen um tanzt.
Kinder spielten und ihr fröhliches Lachen spiegelte sich auf den Gesichter der Erwachsenen die in Gruppen standen, oder im Gras bei einem Picknick saßen, wider.
Anna sah an sich herunter und stellte fest, dass sie anstatt der Krankenhauskleidung nun ihre Jeans und ein T-Shirt trug.
Langsam ging sie über die Wiese, grüßte freundlich die Menschen um sie herum, die fröhlich zurück grüßten, dann sah sie, wie sich zwei alte Leute aus einer Gruppe lösten und auf sie zu eilten.
Oma, Opa!“ jubelte sie und bald hielten die drei sich umfangen.
Ihre Großeltern führten sie auf eine Bank und nun musste Anna erzählen von den Eltern daheim und was ihr passiert ist.
Ein bisschen jung bist du, um schon hier bei uns zu sein,“ brummte der Großvater.
Anna sah sich glücklich um.
Es ist so wunderschön hier und ich fühle mich so wohl, wie schon lange nicht mehr.“
Eine Weile schwiegen alle drei, dann meinte ihre Oma.
Hast du dich schon angemeldet?“
Muss man sich denn anmelden?“
Der Opa kicherte: „Auch der Himmel bleibt nicht verschont von der Bürokratie.“
Die beiden Alten nahmen nun ihre Enkelin in die Mitte und führten sie zu einem großen weißen Gebäude.
An einer Tür stand Anmeldung und sie reihten sich in die lange Schlange ein.
Ein hübsches rothaariges Mädchen auf Rollschuhen brachten ihnen auf einem Tablett Getränke und etwas skeptisch besah sich Anna in ihrer Tasse die farblose Flüssigkeit.
Was ist das?“
Probiere!“ lachte die Oma.
Hm, das ist ja Kaffee so wie ich ihn liebe!“
Ja, hier im Himmel kann man essen und trinken was man sich wünscht,“ meinte ihre Oma fröhlich.
Nur mein geliebtes Bier nicht, denn im Himmel ist Alkohol verboten,“ brummte der Opa, zwinkerte aber seiner Enkelin fröhlich zu.
Endlich dürfen sie in das große Büro treten.
An einem Schreibtisch saß ein Mann mit einer riesigen Brille auf der Nase und schaute in ein großes aufgeschlagenes Buch.
Name?“ fragte er kurz angebunden.
Anna Möller!“
Der Engel runzelte die Stirn und suchte die Listen rechts und links ab, blätterte rückwärts und vorwärts, dann hob er den Kopf und sah Anna an.
Ich kann sie nicht finden, welcher Engel hat sie herauf begleitet?“
Ich bin allein gekommen.“
Einen finsteren Blick auf sie werfend wendete sich der Mann an den Jungen hinter ihm, der an einem Computer saß.
Gib den Namen ein.“
Die Finger des Jungen fuhren flink über die Tasten und Anna sah ihr Bild auf dem Bildschirm erscheinen.
Sterbetag 12. Oktober 2074,“ schnarrte das Bürschlein.
Sie sind sechzig Jahre zu früh gekommen, sie müssen sofort zurück.“
Streng sah der Büroengel das junge Mädchen an.
Der Opa aber hatte sich leise hinter den Jungen am Computer geschlichen.
Plötzlich wurde das Bild auf dem Apparat schwarz und der Jüngling drehte sich um und warf dem alten Mann einen finsteren Blick zu.
Annas Opa grinste, er hatte genug gesehen.
Der Aufnahmeengel aber drückte eine Taste und sprach in den kleinen Apparat: „Welcher Engel ist gerade frei, er muss ein Mädchen zurück begleiten.“
Doch Annas Großvater legte seine riesige Pranke auf die feingliedrigen Finger des Mannes und meinte:
Wir werden unsere Enkelin selbst zum Tunnel begleiten.“
Der Engel sah ihn kurz an, dann sprach er in das Sprechgerät. „ Hat sich erledigt!“
Die alten Leute führten Anna nach draußen und setzten sich auf eine Bank.
Ich möchte nicht gehen, hier ist es so schön und friedlich und zum ersten Mal seit langem fühle ich mich wieder froh und frei. Mein Leben ist zur Zeit ein einziges Chaos. Mein Freund ist nach vier Jahren ausgezogen, weil er mich nicht mehr lieb hat. Ich muss mir eine kleinere Wohnung suchen, weil ich die Miete nicht bezahlen kann und mein Job füllt mich auch nicht aus. Lasst mich doch hier bleiben!“
Liebevoll strich ihr die Oma über die Locken.
Du hast ja gehört, du bist sechzig Jahre zu früh gekommen. Bist du denn nicht neugierig was das Leben dir noch bietet. Nach Regen kommt Sonnenschein! Und denk doch an deine Eltern, wie traurig sie sind, wenn sie ihr einziges Kind so früh schon verlieren.“
Anna senkte beschämt den Kopf.
Der Opa aber meinte schmunzelnd:
Ich habe doch ein wenig in deiner Akte gelesen bis der verdammte Bas...!“ „Ferdinand!“
Ja, ja, ich weiß wir sind im Himmel, Fluchen und Schimpfwörter verboten.“
Anna sah wie ihr Opa leicht errötete und grinste.
Dieser aber zwinkerte ihr zu und fragte ganz harmlos:
Kennst du jemanden, der Jochen heißt?“
Nun errötete Anna und verlegen erzählte sie von dem jungen Tierarzt, den sie vor kurzem an ihrem Urlaubsort kennen gelernt hatte.
Ferdinand Möller aber lehnte sich behaglich zurück und erzählte den beiden Frauen was er in der Akte von Anna lesen konnte.
Anna würde den Jochen Berner heiraten, vier bezaubernde Kinder bekommen, eine Schar Enkelkinder und genauso eine lange und glückliche Ehe führen wir ihre Großeltern.
Ist das kein Grund zurück zu gehen?“ beendete der alte Mann schmunzelnd seinen Bericht.
Anna strahlte und sprang auf.
Sich an den Händen haltend liefen die drei nun los.
Mit dem Rücken zum Tunnel stand das Mädchen da und umklammerte die Hände ihrer Großeltern.
Sie konnte sich nicht trennen.
Ein Ruck ging durch ihren Körper, die Hände entglitten ihr und sie wurde in den Tunnel gezogen.
Ihre Großeltern wurden immer kleiner, bis sie ganz verschwanden.

Gott sei dank, wir haben sie wieder!“ hörte das Mädchen eine Stimme und öffnete die Augen.
Das weiße sterile Krankenzimmer war voller Menschen. Ärzte und Schwestern standen mit erleichterten Gesichtern um ihr Bett.
Im Hintergrund sah sie ihre Eltern, denen die Tränen über das Gesicht liefen und hinter ihnen war Jochen.
Sie bemerkte die Liebe, aber auch die Angst in seinen Augen und Anna lächelte, schloss die Augen und schlief dem Leben entgegen.


© Lore Platz (2014)