Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig zu Lachen, ich freue mich morgen abend schon auf den Mainzer Karneval. Für mich ist er der Beste, allein schon wegen den klugen Büttenreden. (27.o2,2025 )
heute ist der unsinnige Donnerstag oder auch Weiberfastnacht.
Ich
weiß noch, dass mein Mann an diesem Tag immer ohne Krawatte in die
Arbeit ging.
Wisst
ihr eigentlich wann vermutlich die erste Weiberfastnacht war?
Am
Donnerstag vor Karneval tanzten und sprangen die Nonnen im Kölner
Kloster St. Mauritius in weltlicher Kleidung durch die Hallen.
Das
war im Februar 1729.
Da
hätte ich zu gerne Mäuschen gespielt.
Je
nach Region werden die närrischen Tage
Fastnacht
– Karneval - Fasching
genannt.
Fastnacht
setzt sich aus den Wörtern:
Fasta
(Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) zusammen.
Was
soviel wie Tag vor der Fastenzeit bedeutet
Karneval:
'carne
levare' = Fleisch wegnehmen.
Fasching:
Diesen
Wort ist hauptsächlich in Bayern und Österreich gebräuchlich.
Es
leitet sich ab von dem Wort 'Vaschang' was soviel wie letzter
Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit bedeutet.
Bereits
vor 5000 Jahren wurde in Mesopotamien nach Neujahr, ein siebentägiges
Fest als symbolische Hochzeit eines Gottes, gefeiert.
In
einer babylonischen Schrift aus dem 3. Jahrtausend vor Christus stand
geschrieben.
'
Kein Getreide wird an diesem Tag gemahlen. Die Sklavin der Herrin
gleichgestellt und der Sklave an der Seite des Herrn.
Der
Mächtige und der Niedrige sind gleichgestellt.'
Hier
wird zum ersten Mal bei ausgelassenen Festen die Gleichheit erwähnt,
die bis heute ein charakteristischen Merkmal des Karnevals ist.
Heute
werden hauptsächlich, wie es so schön in Bayern heißt; die
Politiker dablääkt (verspottet).
Vom
17. Dezember bis 19. Dezember hielten die Römer ein öffentliches
Gelage ab zu Ehren des Gottes Saturn.
Herren
und Sklaven tauschen die Rollen, saßen zusammen mit Myrten bekränzt
am Tisch, konnten frei reden und bewarfen sich mit kleinen Rosen.
Das
dürfte der Ursprung des Konfetti sein.
„ Die
spinnen die Römer!“ würde Asterix wohl sagen.
Zwischen
dem 12. und 16. Jahrhundert feierte man in der Kirche die
Narrenfeste.
Wolfram
von Eschenbach erwähnte im Jahre 1206 in seinem 'Parzival' erstmals
die 'Fastnacht'
Die
mittelalterliche Fastnacht stand für den 'Staat des Teufels' .
Deshalb wurden die ausschweifende Feste auch von der Kirche geduldet,
um zu zeigen, dass sowohl der
'Staat des Teufels', als auch der Mensch vergänglich sei und am Ende
Gott siegt.
Mit
dem Aschermittwoch musste dann der Karneval enden.
„Bedenke,
dass du Mensch Staub bist und wieder Staub wirst,“ dies murmelt der
Pfarrer wenn er das Aschenkreuz auf die Stirn malt.
Ich
habe es gehasst, denn einzelne Körner der Asche lösten sich immer
und rieselten mir in die Augen.
Nun
lasst euch die gute Laune von niemand verbieten, lacht, schunkelt und
freut euch des Lebens.
Hellau!
Fasching
Nun ist sie da, die
Faschingszeit,
darüber freuen sich viele
Leut',
sie tanzen, jubeln ganz
toll,
sie lachen, scherzen
stimmungsvoll.
Sie setzen ihre
Narrenkappen auf,
ziehen bunte Kleider an
zuhauf,
es geht zu wie in einem
Narrenhaus,
mancher schaut dabei ganz
lustig aus.
Räuber kommen mit wildem
Gesicht,
Rittersleut`reiten im
Sonnenlicht,
Zigeuner dürfen auch
nicht fehlen,
Diebe die nicht können
stehlen.
Und aus Tirol kommt jener
Gesell,
verkleidet als Wilhelm
Tell,
Türken, Inder und noch
mehr,
zwischendurch ein brauner
Bär.
Musikkapellen
zwischendurch,
Zwei Strolche auch, das
Haar zerfurcht,
Ein Hauptmann sieht ganz
strenge drein,
er humpelt mit dem rechten
Bein.
Politiker die auf Wagen
sitzen,
Plakate halten mit
geschriebenen Spitzen,
und man sieht noch vieles
mehr,
was so kommt maskiert
daher.
Auf der Geige und auf dem
Bass.
jeder spielt da irgendwas,
kunterbunt und kreuz und
quer,
und klingen tut es wie
noch mehr.
Kunterbunt der
Maskenscherz,
viele Leute mit frohem
Herz,
Alle Sorgen sind da wie
weggeblasen,
mancher nimmt auch einen
Schaden.
Lustig ist doch die
Fastnachtszeit,
und jubeln tun da alle
Leut',
Vergessen wird da jedes
Ach,
aber was kommt dann
danach?
© Die Nachtigall
Einmal und nie wieder
Heute möchte ich euch erzählen, wie ich zum ersten und letzten Mal in meinem Leben total betrunken war.
Ich selbst konnte mich kaum noch daran erinnern, aber mein Mann erzählte es mir am nächsten Tag mit einem unverschämten Grinsen.
Mein Mann war Matrose und fuhr auch nach unserer Hochzeit weiter zur See, aber er heuerte auf einem Schiff an, das alle zwei Monate nach Europa kam und außerdem wurde ihm als verheirateter Matrose
eine Einzelkabine zugeteilt.
Dank meines wunderbaren Chefs, durfte ich alle zwei Monate eine Woche Urlaub nehmen, wenn das Schiff einen europäischen Hafen anlief.
Einmal fuhr ich wieder los, diesmal nach Rotterdam.
Dort lag das Schiff aber nicht direkt am Kai, sondern etwas außerhalb.
Man musste eine steile eiserne Leiter an der Kaimauer hinunter und dann in ein wackeliges Ruderboot klettern.
Keine leichte Übung für eine Landratte wie mich.
Als Kurtl mit seiner Arbeit fertig war, schlug er einen Ausflug an Land vor.
Obwohl mir ein wenig bange war vor dem schaukelnden Ruderboot, stimmt ich zu.
Wir gelangten glücklich an Land und verbrachten einen wunderschönen Nachmittag in Rotterdam.
Gegen Abend kehrten wir in einer Kneipe in der Nähe der Kaimauer ein.
Mein Mann bestellt sich ein Bier und mir einen Martini.
Ich vertrage so gut wie keinen Alkohol und nippte nur an meinem Glas.
Da ging plötzlich die Tür auf und einige Matrosen von unserem Schiff betraten die Kneipe.
Als sie uns sahen gab es ein großes Hallo und sie setzten sich zu uns.
Sie bemerkten, dass ich einen Martini vor mir stehen hatte und spendierten mir gleich den nächsten.
Wie gesagt, ich war Alkohol nicht gewohnt und trank höchstens einmal ein Glas Wein oder Sekt.
Aber ich wollte mich vor den Kumpels meines Mannes nicht blamieren und trank tapfer das zweite Glas und schon fing ich an zu kichern.
Diese Wirkung hat Alkohol auf mich.
Nach dem dritten Glas redete ich wie ein Wasserfall
und die Jungs wieherten vor Lachen.
Nicht weil ich so witzig oder geistreich war, sondern weil ihnen mein bayrischer Dialekt so gefiel.
Mein Mann hatte schon längst mit dem Trinken aufgehört und betrachtete das Ganze mit etwas Besorgnis.
Schließlich musste er mich ja noch sicher aufs Schiff bringen.
Als wieder, wie durch Zauberhand, ein Glas Martini vor mir stand, da ergriff er meine Hand und zerrte mich zum Ausgang.
An der Tür drehte ich mich noch einmal um und winkte den Jungs neckisch zu, dann stolperte ich hinter meinem Herrn und Meister aus dem Lokal.
War ich auf der Hinfahrt ängstlich wie ein Hase, so fühlte ich mich jetzt mutig wie ein Löwe.
An der Kaimauer angekommen packte ich das Geländer und schwang todesmutig mein Bein auf die erste Stufe der Leiter.
Mein Mann konnte sich gerade noch schnell über mich schwingen, sodass ich zwischen ihm und der steilen Leiter war.
Doch ich verfehlte keine einzige Sprosse und auch in das schaukelnde Ruderboot ließ ich mich vergnügt plumpsen.
Anschließend schob mein Mann mich dann die Gangway hinauf, die ich immer wieder kichernd als Hühnerleiter bezeichnete.
Erst als ich in der Koje lag, begann sich alles zu drehen.
Doch bald schlief ich ein.
Doch das Erwachen war fürchterlich.
Mein Mann, der überhaupt kein Mitleid mit meinem brummenden Schädel hatte, erzählte mir grinsend von meinen gestrigen Eskapaden.
Ich schwor nie wieder einen Martini auch nur anzusehen, so schlecht fühlte ich mich.
Auch genierte ich mich an Deck zu gehen.
Doch als ich den Jungs später begegnete, da lachten sie mich nur freundlich an und keiner erwähnte den vergangenen Abend.
Ich habe nie mehr so eine Kameradschaft kennengelernt wie auf dem Schiff.
© Lore Platz 31.05.2019
Heute möchte ich euch erzählen, wie ich zum ersten und letzten Mal in meinem Leben total betrunken war.
Ich selbst konnte mich kaum noch daran erinnern, aber mein Mann erzählte es mir am nächsten Tag mit einem unverschämten Grinsen.
Mein Mann war Matrose und fuhr auch nach unserer Hochzeit weiter zur See, aber er heuerte auf einem Schiff an, das alle zwei Monate nach Europa kam und außerdem wurde ihm als verheirateter Matrose
eine Einzelkabine zugeteilt.
Dank meines wunderbaren Chefs, durfte ich alle zwei Monate eine Woche Urlaub nehmen, wenn das Schiff einen europäischen Hafen anlief.
Einmal fuhr ich wieder los, diesmal nach Rotterdam.
Dort lag das Schiff aber nicht direkt am Kai, sondern etwas außerhalb.
Man musste eine steile eiserne Leiter an der Kaimauer hinunter und dann in ein wackeliges Ruderboot klettern.
Keine leichte Übung für eine Landratte wie mich.
Als Kurtl mit seiner Arbeit fertig war, schlug er einen Ausflug an Land vor.
Obwohl mir ein wenig bange war vor dem schaukelnden Ruderboot, stimmt ich zu.
Wir gelangten glücklich an Land und verbrachten einen wunderschönen Nachmittag in Rotterdam.
Gegen Abend kehrten wir in einer Kneipe in der Nähe der Kaimauer ein.
Mein Mann bestellt sich ein Bier und mir einen Martini.
Ich vertrage so gut wie keinen Alkohol und nippte nur an meinem Glas.
Da ging plötzlich die Tür auf und einige Matrosen von unserem Schiff betraten die Kneipe.
Als sie uns sahen gab es ein großes Hallo und sie setzten sich zu uns.
Sie bemerkten, dass ich einen Martini vor mir stehen hatte und spendierten mir gleich den nächsten.
Wie gesagt, ich war Alkohol nicht gewohnt und trank höchstens einmal ein Glas Wein oder Sekt.
Aber ich wollte mich vor den Kumpels meines Mannes nicht blamieren und trank tapfer das zweite Glas und schon fing ich an zu kichern.
Diese Wirkung hat Alkohol auf mich.
Nach dem dritten Glas redete ich wie ein Wasserfall
und die Jungs wieherten vor Lachen.
Nicht weil ich so witzig oder geistreich war, sondern weil ihnen mein bayrischer Dialekt so gefiel.
Mein Mann hatte schon längst mit dem Trinken aufgehört und betrachtete das Ganze mit etwas Besorgnis.
Schließlich musste er mich ja noch sicher aufs Schiff bringen.
Als wieder, wie durch Zauberhand, ein Glas Martini vor mir stand, da ergriff er meine Hand und zerrte mich zum Ausgang.
An der Tür drehte ich mich noch einmal um und winkte den Jungs neckisch zu, dann stolperte ich hinter meinem Herrn und Meister aus dem Lokal.
War ich auf der Hinfahrt ängstlich wie ein Hase, so fühlte ich mich jetzt mutig wie ein Löwe.
An der Kaimauer angekommen packte ich das Geländer und schwang todesmutig mein Bein auf die erste Stufe der Leiter.
Mein Mann konnte sich gerade noch schnell über mich schwingen, sodass ich zwischen ihm und der steilen Leiter war.
Doch ich verfehlte keine einzige Sprosse und auch in das schaukelnde Ruderboot ließ ich mich vergnügt plumpsen.
Anschließend schob mein Mann mich dann die Gangway hinauf, die ich immer wieder kichernd als Hühnerleiter bezeichnete.
Erst als ich in der Koje lag, begann sich alles zu drehen.
Doch bald schlief ich ein.
Doch das Erwachen war fürchterlich.
Mein Mann, der überhaupt kein Mitleid mit meinem brummenden Schädel hatte, erzählte mir grinsend von meinen gestrigen Eskapaden.
Ich schwor nie wieder einen Martini auch nur anzusehen, so schlecht fühlte ich mich.
Auch genierte ich mich an Deck zu gehen.
Doch als ich den Jungs später begegnete, da lachten sie mich nur freundlich an und keiner erwähnte den vergangenen Abend.
Ich habe nie mehr so eine Kameradschaft kennengelernt wie auf dem Schiff.
© Lore Platz 31.05.2019
Die Sache mit dem Aschekreuz kenne ich nur vom Hören-Sagen. In OWL sind ja die Protestanten in der Mehrheit und die (wir - lach) haben diesen Brauch nicht. --- Unsere Enkel warten schon gespannt auf den Rosenmontag. Sie gehen in diesem Jahr beide als Braut. Wenn ich es nicht vergesse :-) sende ich dir ein Foto! LG Martina
AntwortenLöschenLiebe Lore, wir hatten wegen dem Aschekreuz von der Schule Befreiung, sind auch immer brav in die Kirche. Die evangelische Schüler/innen mussten die Schulbank drücken, hihi! Neidisch waren sie. Danke für die Infos über Fasching, Fasnet etc. Liebe Grüße Eva
AntwortenLöschenGuten Morgen, Lore,
AntwortenLöschendass der Ursprung der Faschingszeit schon so lange zurück liegt, wusste ich bisher nicht. Man lernt doch nie aus!
Ich selber habe mit dem ganzen Getümmel nicht viel am Hut. In diesem Jahr haben wir uns nur auf Fernsehsitzungen beschränkt - der einzige Faschingsball, zu dem wir in den letzten Jahren immer gegangen sind, ist heuer ausgefallen. Wir haben ihn nicht groß vermisst ...
Liebe Grüße, und noch zwei schöne "tolle Tage"...**grins**
Einer freut sich über diese Narrenzeit,
AntwortenLöscheneinem anderen tut es furchtbar leid,
Einer hat damit nichts am Hut,
einem Anderen tut das Feiern gut,
doch mal lustig sein und lachen,
auch mal komische Sachen machen,
hält Geist und Seele wach,
oder es gibt ein großes Ach.
Lieben Gruß Joachim
und Fasnet sagt der Schwabe dazu - schön geschrieben, liebe Lore!
AntwortenLöschenSehr informativ liebe Lore und tolles Gedicht. Hat mir viel Freude gemacht das zu lesen!
AntwortenLöschenSoweit zurück, erstaunlich.
AntwortenLöschenDie kirchlichen Bräuche kenne ich nur aus Filmen, auch Fasten war bei uns nie Thema.
Karneval schau ich im TV von Köln und Mainz
Karnevalssitzungen vom Männerchor haben wir früher besucht mit anschließend Tanz. Lange her.
Lieben Gruß Monika