Samstag, 28. Juni 2025
Erinnerungsgeschichte Die Wunderpflanze
Donnerstag, 19. Juni 2025
Fronleichnam
Freitag, 13. Juni 2025
Herr Siebenpunkt in Not
Freitag, den 13. Juni 2025
Meine Heimat wird ziemlich gebeutelt vom Unwetter. Zur Zeit müssen wir sogar das Leitungswasser abkochen, weil Bakterien im Grundwasser sind. Jetzt scheint die Sonne und Vögel zwitschern, als hätte es die nächtlichen wilden Gesellen gar nicht gegeben.
Ich denke uns allen würde ein Glückskäfer gut tun, auch wenn dieser auch mal in Not geraten kann.
Mit dieser Geschicht wünsche ich euch ein schönes Wochenende.
Viel Spaß beim Lesen!
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| (c) Werner Borgfeldt |
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| (c) eigenes Foto |
Da erspähen sie eine Maus die über den Schreibtisch huscht und sich schnüffelnd mit erhobenen Pfötchen an der Dose aufrichtet.
Herr und Frau Siebenpunkt sitzen wenig später eng umschlungen auf dem Rosenblatt und betrachten verzückt ihre Kinderchen.
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| (c) Werner Borgfeldt |
Er denkt an seine letzte Flamme Susi, die ihm vor einigen Wochen drei Kinder geschenkt hat, zwei Mädchen und einen Jungen.
Freitag, 6. Juni 2025
Wenn die Pfingstrosen wieder blühen
6. Juni. 2025
Während ich auf meinen nächsten Termin warte, will ich euch mit
dieser Geschichte ein frohes Pfingsten wünschen.
Viel Spaß beim Lesen!
Wenn die Pfingstrosen wieder blühen
Die alte Dame saß auf der Terrasse, eine leichte Decke über den Knien und ließ traurig ihre Augen durch den schönen großen Garten schweifen.
Pfingsten war vorüber und die roten und weißen Rosen sind fast verblüht und immer wieder lassen sie eine zarte Blüte fallen.
Vor einem halben Jahr war ihr Mann gestorben.
Er war ein strenger kalter Mann, der Herr Obergerichtsrat und hätte sie ihre kleine Tochter nicht gehabt, wäre sie in dieser Ehe erfroren.
Angela, ihr kleines Engelchen war so ein liebes, fröhliches Kind. Ein kleiner Kobolde, der voller Übermut steckte.
Nur wenn der strenge Vater zuhause war, dann war sie still und verschüchtert.
Ein Glück, dass er sie sowieso kaum beachtete, denn er war enttäuscht. dass sie kein Junge war.
So konnte ihr kleiner Sonnenschein eine unbeschwerte Kindheit erleben.
Sie wuchs zu einem hübschen Mädchen heran und auf einmal erweckte sie das Interesse ihres Mannes.
Er wollte die kaum achtzehnjährige mit einem seiner verknöcherten Kollegen verheiraten.
Doch Angela widersprach zum ersten Mal ihrem Vater, denn sie liebte einen mittellosen Studenten.
Es kam zu einem erbitterten Streit und der Vater warf sie aus dem Haus und brüllte „Ab heute hätte er keine Tochter mehr.“
Das war vor fünf Jahren und seitdem hatte sie von ihrer Tochter nichts mehr gehört.
Damals blühten auch die Pfingstrosen.
Martha die alte Angestellte trat auf die Terrasse und beobachtete besorgt die alte Dame.
„Sie sollten net so viel grüble, Frau Baumann. Vertrauen sie doch auf unser Hergöttle, es wird es scho richte, dass alles wieder gut wird. Vielleicht hat unser Engelchen ja bereits gehört, dass ihr Vater gestorben ist und kommt wieder zurück.“
„Aber warum hat sie sich die ganzen Jahre nicht bei mir gemeldet.“
Martha schwieg, sie hatte einen bestimmten Verdacht, doch sie wollte ihrer guten Frau nicht noch mehr Kummer machen, hatte sie doch genug unter ihrem Mann gelitten.
„Soll i de Tee bringe?“
„Nein danke, Martha, ich will noch ein wenig ruhen.“
Mit einem letzten besorgtem Blick, schlurfte Martha ins Haus zurück.
Die alte Dame lehnte sich zurück und schloß die Augen.
Ein fröhliches Bellen erklang und ein kleiner schwarzweißer Hund lief am Zaun entlang, verfolgt von einem kleinem Mädchen.
„Bleib stehen Strolchi, du bist ein ganz böser Hund.“
Da sah sie Frau Baumann und kam an den Zaun.
„Entschuldigen sie bitte liebe Dame. Ich hoffe Strolchi hat sie nicht geweckt.“
„Nein, ich habe nicht geschlafen, wie heißt du meine Kleine.“
„Rose, aber Papa nennt mich Röselein und Mama Engelchen. Und das ist mein Hund Strolchi, aber er muss erst lernen zu folgen, er ist ja noch sooo klein.“
Der Hund hatte sich inzwischen neben sie gesetzt und sah aus, als könnte er kein Wässerchen trüben.
Das Mädchen bückte sich und nahm den Hund an die Leine.
„Nun muss ich wieder gehen. Auf Wiedersehen liebe Dame.“
Und weg war der kleine Wirbelwind.
Lächelnd sah Frau Baumann ihr nach. Sie fühlte sich auf einmal froh, die Kleine hatte ihre trüben Gedanken verscheucht.
Sie stand auf, faltete die Decke zusammen, legte sie über den Stuhl und ging durch den Garten.
Ihr war so leicht zumute wie schon lange nicht mehr.
Vor den Pfingstrosen blieb sie stehen.
Sie lächelte.
Angela hatte immer die Blüten gesammelt und sie zwischen Buchseiten gepresst.
Sie hörte nicht die leisen Schritten hinter sich und erschrak, als ein leises „Mama“ erklang.
Langsam drehte sie sich um, wankte und streckte beide Arme aus.
„Angela, mein Engelchen.“
Die beiden Frauen lagen sich in den Armen und weinten und die Tränen spülten allen Schmerz und Kummer der vergangenen fünf Jahre von der Seele.
Auf der Terrasse stand Martha und auch ihr liefen die Tränen wir Sturzbäche aus den Augen.
Doch dann schnäuzte sie sich kräftig die Nase und rief.
„Ich bringe jetzt den Tee!“
Arm in Arm gingen Mutter und Tochter zurück und setzten sich.
„Ach Kind, warum hast du mir denn nie geschrieben, ich habe mir soviel Sorgen gemacht. Wusste ich doch nicht wo du bist und wie es dir geht.“
„Aber Mama, ich habe dir viele Briefe geschrieben und war traurig, weil ich nie eine Antwort bekam.
Ich hätte nie gedacht, dass er so weit geht und meine Briefe an dich unterschlägt.“
Frau Baumann ballte die Hände zu Fäusten.
„Weißt du man soll ja nichts schlechtes über Tote sagen, aber...“
Angela legte ihre Hände auf die Fäuste und meinte leise.
„Dann wollen wir es auch nicht tun. Er war dein Mann und mein Vater und konnte nicht aus seiner Haut. Außerdem hat er uns nur fünf Jahre gestohlen.“
„Du hast Recht, mein Kind. Ich höre Geschirr klappern, Martha kommt mit dem Tee.“
Angela sprang auf und nahm Martha das schwere Tablett ab.
Flink deckte sie den Tisch, dann forderte sie Martha auf.
„Setz dich, ich hole dir noch schnell eine Tasse.“
„Aber, das geht doch nicht.“
„Doch das geht!“ rief die junge Frau übermütig.
„Die steifen Tage im Hause Baumann sind vorbei, jetzt weht ein frischer Wind.“
Lachend verschwand sie im Haus.
Die alte Dame aber lächelte.
„Bleib nur sitzen Martha, du gehörst doch zur Familie. Und das Mädel hat Recht. Jetzt wird es wieder schön bei uns.Unser Sonnenschein ist zurück gekommen.“
Angela erzählte nun, was sie während der letzten fünf Jahre erlebt hatte.
Sie war zu Konrad gefahren, der glücklicherweise sein Examen gemacht hatte.
Drei Wochen später heirateten sie standesamtlich, zwei Freunde von Konrad waren Trauzeugen.
Sie wohnten weiterhin in der Studentenbude und hatten viele Nebenjobs, um sich über Wasser zu halten.
Dann bekam Konrad eine Stelle in einer großen Firma und konnte sich langsam noch oben arbeiten.
Sie konnten sich nun eine kleine Wohnung leisten.
Mit seinem alten Chef verstand er sich großartig, doch vor einem Jahr übergab dieser die Firma seinem Sohn.
Seitdem fühlte sich Konrad nicht mehr wohl und begann wieder Bewerbungen zu schreiben.
Vor zwei Wochen bekamen sie zwei Briefe.
Einer war von Bärbel, mit der sie immer noch in Kontakt war.
Sie hatte ihre Eltern hier besucht und erfahren, dass
der Obergerichtsrat Baumann verstorben war.
Der zweite kam von der hiesigen Firma Wallraff und Co und lud Konrad zu einem Vorstellungsgespräch ein.
„Und deshalb sind wir heute hier,“ schloss Angela ihren Bericht.
Stolz betrachtete die Mutter ihre Tochter.
„Du hast dich wacker geschlagen, mein Kind. Ich bin stolz auf dich. Ist Konrad noch bei Walfraff?“
„Nein er wartet bei Bärbels Eltern, er wollte uns Zeit geben, bei unserem ersten Wiedersehen.“
„ Hat er die Stelle bekommen?“
„Ja im Oktober fängt er an.“
„ihr werdet doch hier im Haus wohnen, ihr könnt den ganzen ober Stock haben.“
Angela sprang auf und umarmte ihre Mutter stürmisch.
Langsam setzte sie wieder hin und schmunzelte.
„Da ist noch etwas. Ich habe ein dreijähriges Töchterchen.“
„Ich bin Oma!“
Angela lachte und strich liebevoll über ihren Bauch.
„Und in sechs Monaten wirst du wieder Großmutter.“
Martha schlug die Hände zusammen und stammelte:
„Liabs Herrgöttle von Biberach. Wir haben ein Kind und bald noch eins.“
„Und einen Hund haben wir auch.“
„Macht nix, das Haus ist groß genug!“
Resolut hob Martha das Tablett und marschierte ins Haus.
Frau Baumann aber lachte, bis ihr die Tränen kamen.
„Dein Vater wird sich im Grab umdrehen,“ japste sie.
„Kinder machen Lärm und Hunde machen Dreck,“ ahmte sie die Stimmer ihres Mannes nach.
Nun lachten sie beide.
Angela rief ihren Mann an und wenig später klingelte es an der Haustür.
Zuerst kam ein schwarzweißes Wollknäuel auf die Terrasse gestürmt und versuchte auf Angelas Schoß zu springen.
Als ihm das nicht gelang, drehte es sich wie ein Kreisel und raste kläffend in den Garten.
„So ein Irrwisch!“ brummte eine Stimme und ein großer junger Mann trat auf seine Schwiegermutter zu.
Kurz musterte diese ihn, dann streckte sie ihm beide Hände entgegen.
„Willkommen in der Familie, lieber Konrad.“
„Danke Mama.“
„Papa, Mama!“ Ein kleiner Wirbelwind fegte heran.
„Nanu, wir kennen uns ja.“
„Ja, sie sind die liebe Dame. Papa sagt, dass sie meine Großmutter sind. Darf ich Oma zu dir sagen?“
„Aber natürlich!“
Weit breitete sie die Arme aus und Rose klettert auf ihren Schoß und schmiegt sich an sie.
Über den Kopf des Kindes sehen sich drei Augenpaare glücklich an.
Die Kleine setzte sich energisch auf und nahm das Gesicht der Oma zwischen ihre kleinen Hände.
„Oma,kannst du auch schöne Geschichten erzählen?“
„Aber sicher, dazu sind Omas ja da!“
© Lore Platz(2022)
Donnerstag, 5. Juni 2025
Besuch aus Argentinien
5. Juni 2025
habt ihr gewusst , dass man aus Ketchup eine Bombe bauen kann (zwinkern) ich habe es gestern erlebt. Einige wissen ja, dass ich für den Rest meines Lebens ans Bett gefesselt bin und habe mich dem entsprechend eingerichtet.
Ich nenne mein Bett meinen Wohnwagen, wie armselig wäre mein Leben ohne meine Fantasie.
Unter anderem steht hier auch eine Tasche, in dem ich die Lebensmittel verstaue, die mir der Pflegedienst bevor sie gehen aus der Küche bringt.
Darunter war auch ein kleines Glas mit Deckel, in dem sich Ketchup befand, umgefüllt, weil die Originalflasche zu groß war.
Gestern kam meine Haushaltshilfe und ich drückte ihr das Glas, in dem noch ein kleiner Rest war, in die Hand, um es auszuwaschen und neu zu füllen.
Sie nahm es mit in die Küche und dann ertönte ein Schrei. Denn als sie den Deckel öffnete, schoß die rote Restsoße heraus und alles landete auf ihrem weißen
T-Shirt.
Ich habe Ketchup für immer aus meinem Speiseplan gestrichen, denn wenn es solche Gase entwickelt hmmhmmmhmm
Viel Spaß beim Lesen!
Besuch aus Argentinien
Manchmal blätterte Helen in ihren alten Fotoalben und erinnerte sich an die alten Zeiten.
Sie schmunzelte wenn sie die alten Kleider von ihrer Großmutter sah.
"Ach,
Oma, du warst eine stolze Frau und deine Kleidung war stets angemessen.
Wenn du mich heute sehen könntest, in meinen ausgewaschenen Jeans, du
würdest das nicht gut finden!", seufzte Helen.
Doch dann schmunzelte sie und dachte:
"Wie wohl meine Enkel später über die Jeans denken und wie die Mode in ferner Zukunft wohl aussehen würde."
Sie blätterte weiter und sah sich selbst als kleines Kind neben der geliebten Oma stehen.
Ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit.
"Kleines
Lenchen, wie siehst du nur wieder aus?", hörte sie die Stimme ihrer
Oma. Damals hatte sie gedankenverloren im nassen Sand gespielt und ihr
gelbes Sommerkleidchen war von oben bis unten mit dunklem Matsch
bekleckert.
Oma war manchmal etwas zu sauber, wie Opa oft augenzwinkernd bemerkte, was ihm einen strengen Blick von dieser eintrug.
Aber richtig geschimpft hatte sie nie, nur seufzend das Kleidchen ausgezogen und in die Wäsche getan.
Und Helen hat sich vorgenommen, das nächste Mal gewiss aufzupassen, was aber selten gelang.
Als es an der Haustür klingelte, schlug Helen das Fotoalbum zu, fuhr sich durch die Haare und betätigte den Türöffner.
Im gleichen Moment ärgerte sie sich über sich selbst, denn wieder hatte sie nicht vorher nachgefragt, wer da vor der Tür stand.
Sie öffnete, wurde kreidebleich und wich entsetzt zurück.
"Oma, du bist doch ...?"
"Tot?
Ja leider ist meine liebe Cäcilie verstorben. Ich bin ihre jüngste
Schwester, deine Großtante Esther. Willst du mich nicht herein lassen?"
Helen trat einen Schritt zurück und die kleine Dame trippelte an ihr vorbei in die Wohnung.
Neugierig sah sie sich um.
"Schön hast du es hier."
"Danke! Du hast mir einen ganz schönen Schreck eingejagt, Tante Esther. Du siehst ja aus wie Omas Zwilling."
Helen
konnte es noch immer nicht fassen, gerade hatte sie noch ein inneres
Zwiegespräch mit Oma geführt und dann steht da Tante Esther vor der Tür,
die sie vorher noch nie gesehen hatte.
"Ja,
das ist schon seltsam, wir waren acht Geschwister und Cäcilie, die
Älteste und ich, die Jüngste und nur wir beiden sahen uns so ähnlich.
Hast du übrigens einen Kaffee für mich, du bist die erste meiner Verwandten, die ich besuche.
Gestern bin ich aus Hamburg gekommen, nachdem ich das Schiff aus Argentinien verlassen habe.
Nachdem
mein Mann gestorben ist, hatte ich auf einmal so Heimweh nach
Deutschland. Schade, dass ich meine liebe Schwester nicht mehr antreffe,
aber sie hat mir immer so lieb von dir erzählt, da wollte ich dich
kennenlernen."
Helen
bot ihrer Großtante einen Platz im Wohnzimmer an.
"Setz dich doch, ich
koche uns schnell einen Kaffee und ... du hast Glück, ich habe heute
Morgen einen Kuchen gebacken, nach Omas Rezept!"
Tante Esther lächelte. Das gefiel ihr, sehr sogar!
Zufrieden
machte sie es sich auf dem Sofa bequem und als der Kaffeeduft ihre Nase
umschmeichelte, wurde ihr so richtige wohlig zumute.
Das
Schicksal hatte ihr Kinder versagt, obwohl sie eine besonders
glückliche Ehe führten und manchmal hatte sie ihre Schwester beneidet,
wenn sie so begeistert von ihrer Familie und besonders ihrer geliebten
Enkelin in ihren Briefen berichtete.
Und
als sie von dem Tod der Schwester erfuhr, da stand ihr Entschluss fest.
Da ihr Mann kürzlich verstorben war, hielt sie nichts mehr in
Argentinien. Sie wollte diese von Cäcilie über alles geliebte Enkelin kennen lernen.
Helen kam aus der Küche mit einem Tablett und deckte flink den Tisch.
Dann setzte sie sich der Tante gegenüber und sah sie mit leuchenden Augen an.
"Ich
kann es noch gar nicht fassen!", sagte Helen.
"Gerade eben habe ich mir
die alten Fotos von Oma angesehen. Weißt du, ich vermisse sie so sehr.
Aber wenn du deinen Mann verloren hast, dann weißt du ja, wovon ich
rede"
"Und
ob ich das weiß, Kind. Aber jetzt gerade bin ich sehr froh. Gut, dass
ich mich auf den Weg gemacht habe zu dir." Beherzt biss sie in das
Kuchenstück. "Das ist Sandkuchen nach dem Rezept von Cäcilie. Ich kann
mich noch so gut an den Geschmack erinnern, obwohl ich ihn ewig nicht
gegessen habe."
Helene lächelte verträumt.
"Es ist, als wäre Oma jetzt bei uns."
"Ja,
das fühle ich auch gerade. Cäcilie hat dich sehr geliebt, Helen. Und
ich weiß, warum das so war. Du bist eine bezaubernde junge Frau!"
Helen errötete. Das erste Mal seit dem Tod ihrer Oma verspürte sie wieder Freude.
"Tante Esther, möchtest du eine Weile bei mir wohnen? Ich habe genug Platz und wir könnten zusammen die Verwandten besuchen!"
"Oh
wundervoll!" die alte Dame klatschte in die Hände. "Das ist viel
schöner als im Hotel, ich komme gerne zu dir. Weißt du was, ich lade
dich zum Essen in mein Hotel ein, dann können wir gleich meine Koffer
mitnehmen."
"Wieviele Koffer hast du denn?"
Die Tante winkte ab.
"Keine Bange, nur vier, die Schrankkoffer habe ich in Hamburg gelagert."
Sie lachte vergnügt, als sie Helenes entsetztes Gesicht sah.
"Ich will mich hier in der Nähe nach einem Haus umsehen, dann erst lasse ich meine Sachen nachkommen."
Helen
stimmte in ihr Lachen ein. Was waren schon vier Koffer? Die würde sie
mit Leichtigkeit unterbringen und vielleicht fand sich ja auch schnell
ein schönes Haus, in das ihre Tante einziehen konnte. Sie würde ihr bei
der Suche helfen.
Helene
stellte sich das herrlich vor. In ihrer Fantasie sah sie das Häuschen
schon vor sich. Ein großer Garten sollte es umgeben, wo man auf einer
Bank unter einem Baum sitzen konnte. Und viele Blumen sollten ihren Duft
verströmen.
Sie teilte der Tante ihre Vorstellungen mit und diese lächelte geheimnisvoll.
"Du hast keine Ahnung, liebe Helen, oder?", fragte die Tante und ihr Lächeln wurde noch eine Spur breiter.
"Nein, was meinst du denn?" Helen schaute ihre Tante erstaunt an.
"Nun, ich habe das Haus meiner Schwester geerbt, unter der Voraussetzung, dass ich es mit dir teile!"
Helen
ließ sich fassungslos zurück fallen. Niemand in der Verwandtschaft
wusste, was mit dem Haus geschehen sollte und viele spekulierten
darauf.
Und
nun durfte sie mit ihrer bereits lieb gewordenen neuen Tante dort
einziehen.Sie fiel dieser um den Hals und lachte und weinte vor Freude.
(c) Lore Platz (2017)
Montag, 2. Juni 2025
Die Prophezeiung
2. Juni 2025
Ich sag ja meine Geschichten sind zeitlos. Koruption. Macht und Geldgier gibt es immer, aber so wie ich auf ein gutes Ende meiner Geschichten achte, glaube ich im realen Leben daran, dass das Gute über das Böse siegt.
Viel Spaß beim Lesen!
58. Reizwortgeschichte 9.04.2015
Martina: Apfel, Hilfe, einsam, eigennützig, prophezeien
Die Prophezeiung
Keuchend läuft ein Zwerg auf seinen kurzen stämmigen Beinen durch den Wald und ruft immer wieder:
„Sie sind da, sie sind da, die gelben Drachen sind da!“
Ringsum wird es lebendig und Tiere, Pilzmännchen und Wurzelwichtel kommen aus dem Gebüsch.
„Was ist los, was ist los?“
„Kommt mit zum Versammlungsort!“
Die kleine Lichtung inmitten des Waldes füllt sich und der Zwerg klettert auf den großen Stein in der Mitte.
Einen Moment stützt er sich auf den Knien ab und atmet keuchend ein und aus, dann aber sieht er sich um und verkündet mit düsterer Stimme.
„Ich habe sie gesehen, die gelben feuerspeienden Drachen, die das Orakel vor hundert Jahren prophezeit hat. Sie sind gekommen, um unser Land zu vernichten!“
„Ach Unsinn!“ ruft eine Blaumeise, die sich mit den anderen Vögeln auf den Bäumen niedergelassen hat, „ das sind Baumaschinen, keine Drachen, ich habe solche Dinger schon in der Stadt gesehen!“
„Trotzdem werden sie unser kleines Reich vernichten!“
Ein alter Mann mit langem weißem Haar betritt die Lichtung und ehrfürchtig machen die Versammelten ihm Platz.
Es ist der Zauberer Marlin, der schon viele hundert Jahr lebt und sehr weise und klug ist.
„ Es stimmt, die Drachen sind längst ausgestorben, aber den Menschen ist es gelungen ihre eigenen Drachen zu bauen. Es sind feuerspeiende Maschinen, die die Luft verpesten und viel zerstören können.
Der Enkel des Jungen, der vor hundert Jahren versprochen hat, dass er und seine Nachkommen unsere kleine Welt schützen werden, liegt im Sterben und sein Sohn ist bereits vor ihm ins andere Reich gewechselt.
Der Schwiegersohn des Sterbenden aber ist ein böser Mann und er hat mit dem Bürgermeister ausgehandelt eine große Straße hier zu bauen.“
„Was sollen wir denn tun?“
Große Unruhe macht sich breit.
„Wir müssen sie aufhalten! Wir könnten die Hexen zu Hilfe rufen!“
Der alte Zauberer lächelt traurig.
„Und wenn wir alle zusammen unsere Zauberkräfte einsetzen, die Maschinen sind zu stark.“
„Der Sohn des alten Mannes aber hatte eine Tochter!“ ruft eine kleine Elfe.
Der Zauberer sieht sie mit einem scharfen Blick an und erschrocken zieht sie ihr Köpfchen ein und das kleine Stückchen Apfel, das sie hält, fällt ihr aus der Hand.
„Du kennst ein Menschenkind?“
„ Ja, sie heißt Elsbeth und ich traf sie einmal im Wald, als sie Beeren pflückte und seitdem sind wir Freundinnen.“
„Das ist wunderbar, denn im Orakel heißt es auch, wenn in hundert Jahren noch ein Menschenkind mit einem Wesen aus unserer Welt befreundet ist, dann kann die Gefahr abgewendet werden. Flieg zu deiner Freundin Belablu, vielleicht kann sie uns helfen. Aber beeile dich, denn die Todesfee ist schon auf dem Weg zu dem alten Mann.“
Die Elfe schwirrt los und erreicht nach kurzer Zeit die schöne große Villa.
Da sie schon öfter ihre Freundin besucht hatte wusste sie, wo deren Zimmer lag.
Sie hat Glück, das Fenster ist offen und die kleine Elsbeth sitzt auf ihrem Bett und weint bitterlich.
Belablu setzt sich auf ihre Schulter und spricht leise tröstende Worte in das Ohr des Mädchens.
Elsbeth wischt sich über die Augen und schnieft.
„Wie schön, dass du gekommen bist, ich bin so furchtbar traurig, mein Opa wird sterben und dann bin ich ganz allein.“
„Nein, ich doch auch noch da und außerdem du hast doch noch deine Tante Luise.“
„Ja,sie ist nett, aber Onkel Willi ist ein Ekel und meine Tante fürchtet sich vor ihm und ist viel zu schwach sich gegen ihn zu wehren. Sobald Opa tot ist komme ich weit weg in ein Internat und dann können wir uns auch nicht mehr sehen.“
„Das werden wir sowieso nicht mehr, wenn nicht ein Wunder geschieht.“
Und nun erzählt die kleine Elfe ihrer Freundin in welcher Gefahr das Reich der 'Kleinen Leute' schwebt.
Elsbeth springt so schnell auf, dass Belablu auf das Bett purzelt.
Kichernd folgt sie ihrer kleinen Freundin in das Schlafzimmer ihres Opas.
Der alte Mann liegt mit geschlossen Augen da und atmet leise.
Am Kopfende des Bettes steht die Todesfee, die aber nur Belablu sehen kann.
Elsbeth beugt sich über den Sterbenden und flüstert eindringlich:
„Opa bitte wach auf, das Land der 'Kleinen Leute' ist in großer Gefahr, Onkel Willi möchte es dem Erdboden gleich machen und eine Straße bauen.“
Der alte Mann öffnet die Augen:
„Was sagst du da?“ krächzt er mit schwacher Stimme.
Und nun erzählt ihm das Mädchen was es von der Elfe erfahren hat, auch dass Onkel Willi sie ins Internat stecken will.
Die Augen des Sterbenden blitzen auf und für einen Moment kehrt seine Kraft wieder.„Lauf Kind und hole Notar Baumgartner, die Suppe wollen wir ihm versalzen.“
Elsbeth springt auf und hätte beinahe ihre Tante umgerannt, die mit einer Tasse Tee das Zimmer betritt.
Während sich die müde und verhärmt aussehende Frau an das Bett ihres Vaters setzt, fliegt Belablu hinüber zu der Todesfee.
„Du hast gehört, dass unser Reich in Gefahr ist, bitte warte noch.“
„Seine Uhr ist abgelaufen, er muss jetzt gehen!“
„Dann halte sie noch ein wenig an, bis er Vorsorge für uns getroffen hat.“
Die Todesfee sieht sie lange und ernst an, dann nickt sie.
„Danke.“
Ein Mann betritt das Zimmer und blickt unwirsch auf das Bett.
„Lebt der Alte immer noch!“
„Wilhelm, wie kannst du nur so gemein sein, er ist mein Vater!“ ruft Luise entsetzt.
„Ach was, ein alter Querkopf ist er, aber sobald er die Augen endlich geschlossen hat, werden wir mit dem Bau der Autobahn beginnen!“
Die Frau schlägt schluchzend beide Hände vors Gesicht.
„Ja flenne nur, mehr kannst du ja doch nicht, das einzig gute an dir ist, dass du eine reiche Erbin bist!“
Der alte Mann hat die Augen geschlossen, nur das zucken der Lider und der zusammengepresste Mund zeigen, wie wütend er ist.
Als sein Schwiegersohn das Zimmer verlassen hat, öffnet er die Augen und seine Hand tastet nach der seiner Tochter und dann beginnt er leise und eindringlich auf sie einzureden.
Belablu aber folgt dem Mann.
Draußen im Hof steht der Bürgermeister.
„Ist er tot?“
„Nein, der Alte ist zäh wie Leder. Aber ich habe so ein komisches Gefühl, vorhin ist die Kleine an mir vorbei
gelaufen. Sie werden uns doch im letzten Moment nicht noch einen Strich durch die Rechnung machen wollen.
Wir holen jetzt die Bauarbeiter und walzen alles nieder, dann können sie gar nichts mehr machen!“
Belablu erschrickt und schnell fliegt sie zu ihren Freunden in den Wald.
Diese freuen sich, als sie hören, dass der alte Mann ihnen helfen will, aber als die Elfe ihnen erzählt was Wilhelm vorhat, da sind sie betroffen.
„Dann ist alles verloren, mein Zauber ist zu schwach gegen diese Monstermaschinen,“ murmelt der Zauberer niedergeschlagen.
„Unsinn!“ ruft der Marder, der auf den Stein gesprungen ist, „ ich weiß, wie wir sie aufhalten können.“
„Und was willst du dafür oder ist dein Rat völlig uneigennützig!“ ruft die Eule, die den Marder nicht leiden konnte.
Der Marder wirft ihr einen ärgerlichen Blick zu.
„Ja, schließlich geht es auch um meine Heimat, du dummer Vogel!“
„Hört auf mit dem Gezanke, wir haben wenig Zeit.“ grollt Marlin.
Der Marder berichtet ihnen nun wie man die Maschinen lahm legen kann, nämlich indem man die Gummischläuche einfach durchbiss.
Nun laufen sie alle zu der Wiese, auf der in einer Reihe mehrere große Baummaschinen standen.
Ratten, Mäuse, Eichhörnchen, Hasen und Marder schlüpften schnell unter die „Drachen“ und gerade noch rechtzeitig haben sie alle Schläuche beschädigt, bevor mehrere Autos auf die Lichtung fahren.
Während der Bürgermeister und Wilhelm mit zufriedenen Gesichtern da stehen, klettern die Arbeiter auf die Maschinen.
Ein mehrfaches kreischendes Geräusch ertönt, dann ist Stille.
„Was ist los ! Macht endlich!“ brüllt Wilhelm.
„Er springt nicht an, meiner auch nicht!“ rufen die Arbeiter und einer der Männer,der unter seinen Bulldozer geschaut hatte ruft:
„Die Schläuche sind alle durchgebissen!“
In dem Moment fährt ein Auto vor und Notar Baumgartner, Luise und Elsbeth kommen auf die kleine Gruppe zu.
„Was tun sie hier, sie sind widerrechtlich auf fremden Land.“
„Unsinn, das Land gehört mir, sobald der alte Mann tot ist,“ prahlt Wilhelm.
„Da täuscht du dich, mein lieber Mann,“ sagt Luise spöttisch, „bevor Vater starb, hat er alles Elsbeth hinterlassen und ich bin einverstanden damit.“
Sie streckt die Hand aus und der Notar gibt ihr einen Briefumschlag.
Mit einem traurigen Lächeln betrachtet sie diesen, dann sagt sie leise, während sie ihrem Mann in die Augen sieht.
„ Ich habe es nie geschafft, mich von dir zu trennen, denn ich fürchtete einsam zu sein, doch inzwischen habe ich erkannt, einsamer, als mit dir zusammen kann ich gar nicht werden. Mein Vater hat mir eine monatliche Rente ausgesetzt und lebenslanges Wohnrecht in der Villa, aber nur unter der Bedingung, dass ich mich von dir scheiden lassen.“
Sie drückt ihm die Scheidungspapiere in die Hand und wendet sich ab.
„Das wirst du bereuen!“ knirscht Wilhelm und stapft zu seinem Auto.
Der Bürgermeister und die Arbeiter haben sich inzwischen längst verdrückt.
Elsbeth aber ist zu ihren kleinen Freunden gelaufen und jubelnd wird sie umringt.Immer wieder danken sie ihr und das Mädchen erklärt ihnen, dass sie niemals wieder Angst haben müssen und verspricht sie recht oft zu besuchen.
Marlin aber verspricht, dass alle zur Beerdigung ihres Großvaters kommen werden, natürlich wird nur Elsbeth sie sehen können.
Viele Menschen begleiten den allseits geachteten Mann auf seinem letzten Weg.
Und als Elsbeth an ihre Tante geschmiegt am offenen Grab ihres Opas steht, sieht sie auch die 'Kleinen Leute', die ihr aufmunternd zulächeln und sie fühlt sich getröstet in ihrem großen Kummer.
Der Bürgermeister aber fühlt sich nicht wohl in seiner Haut.
Denn wenn er die schadenfrohen Blicke sieht, die ihm gelten, dann weiß er:
' Die nächste Wahl wird er nicht gewinnen'
© Lore Platz














