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Samstag, 1. Februar 2025

Der Sohn des Wassermannes Ende






Sie wendet sich an ihre kleinen Untertanen.
Ihr wisst was zu tun ist.“
Eifrig läuft die kleine Gesellschaft auseinander.
Lucinda zieht ihre mit Schlamm verspritzten Schuhe
vor der Tür aus und folgt ihrer Gastgeberin ins Haus.
Unschlüssig steht sie da, denn mit ihren verschmutzen Kleidern will sie sich nicht setzen.
Lächelnd reicht ihr die Kräuterfee einen Umhang aus lauter Blüten.
Zieh deine schmutzigen Kleider aus, bis dein Bad bereitet ist, kannst du dich in diesen Umhang hüllen.“
Während die beiden Frauen sich unterhalten, schieben eifrige Kräuterlinge einen großen Holzzuber
durch die Tür.
Die Fee erhebt sich, schnippt mit den Fingern und der Zuber füllt sich mit warmen dampfendem Wasser.
Die putzigen kleinen Wesen kichern und wuseln hinaus.
Wieder öffnet sich die Tür und kleine Blumendamen schreiten im Gänsemarsch herein.
Jede von ihnen trägt einen Korb voller Rosenblüten.
Sie steigen abwechselnd auf einen kleinen Schemel und schütten den Inhalt ihrer Körbchen in das Wasser.
Der Raum füllt sich mit Rosenduft.
Die Blumendamen und auch die Kräuterfee lassen nun Lucinda allein und sie steigt in das wundervoll warme duftende Wasser.
Später bringt ihr die freundliche Fee ein wunderschönes Kleid aus Blüten gewebt und hilft beim Flechten der Haare.
Meeresprinz weiß inzwischen wo du bist und wird bald kommen und dich holen. Sei solange mein Gast.“
Spontan umarmt Lucinda die Fee.

Einige Tage später sitzt Lucinda im Gras umgeben von den kleinen Kräuterlingen und selbst Buchecker hat sich zu ihnen gesellt.
Doch lässt er lieber das Dichten, aber er ist auch nicht mehr beleidigt.
Ein fürchterliches Kreischen ist plötzlich zu hören und erschrocken flüchten sich die kleinen Wesen hinter Lucindas Rücken.
Eine Möwe landet dicht vor der jungen Frau.
Haben wir dich endlich gefunden.“
Lucinda aber beachtet sie gar nicht, denn sie sieht nun ihren Mann hoch zu Ross über die Wiese reiten.
Jubelnd springt sie auf.
Die Möwe die viel zu nahe steht, wird dabei umgeworfen und zeterte wieder mal lautstark los.
Sagte ich doch, kein Benehmen diese Meeresbewohner.“
Meeresheld aber springt vom Pferd und fängt seine Frau auf und hebt sie glücklich in die Höhe.
Langsam setzt er sie wieder auf den Boden und voller Liebe sehen sie sich in die Augen.
Lächelnd tritt die Kräuterfee zu ihnen.
Eine lange Suche hat nun ihr Ende gefunden.
Nun geht nach Hause und du Lucinda vertraue nicht jedem der freundlich zu dir ist. Erst prüfen, dann vertrauen.
Ach ja lieber Prinz, vergesst bitte dieses kreischende kleine Ungeheuer nicht.“
Das junge Paar bedankt sich bei der Fee und Meeresheld hebt seine Frau auf das Pferd, dann schwingt er sich selbst in den Sattel.
Die Möwe fliegt beleidigt neben ihnen her, sie hat sehr wohl gehört, was die Kräuterfee über sie gesagt hat und beschließt sobald sie in die Nähe einer Küste kommen, diese ungezogene unfreundliche Gesellschaft zu verlassen .

 
Große Freude herrscht im See, als das junge Prinzenpaar nach Hause kommt.

Wieder ist eine Geschichte zu Ende und ich hoffe, ich konnte Euch gut unterhalten.

Bis demnächst wieder 

  

(c) Lore Platz  12.02.2020

Montag, 6. Januar 2025

Türchen 14 Der Weihnachtsbaum muss raus!

die letzte der zwölf Raunächte ist die Nacht zwischen dem 5. und 6. Januar

Und die Nacht vom 5.1. auf den 6.1. ist besonders wichtig, um alles überflüssige und belastende aus der Vergangenheit zu vertreiben.
Deshalb wird auch am sechsten Januar die Weihnachtsdekoration und der Christbaum entsorgt.
Deshalb wurde bei uns immer an Hl. Drei König der Christbaum entsorgt. 
Viel Spaß beim Lesen!








 
Der Weihnachtsbaum muss raus!




Elke hielt mit beiden Händen die Kaffeetasse und sah glücklich lächelnd auf den leuchtenden Weihnachtsbaum.
Wie sie ihn liebte, diesen Duft nach Tanne und die bunten Lichter, die sie so sehr an früher erinnerten, als sie noch Kind war und glücklich. Noch nicht gefangen in einer kalten Ehe.
Die ersten Jahre waren noch schön, doch dann hatte sich etwas verändert. Es war genauso, als wäre sie ein Zombie.
Vielleicht war sie ja auch schuld, denn sie hatte viel zu viel aufgeben und sich zu sehr untergeordnet.
Erst war es ihr geliebter Beruf, denn Sebastian wollte, dass sie nur für ihn da war.
Dann hatte er nach und nach ihre Freundinnen vergrault, weil er sie ganz für sich haben wollte.
Und ihren Kinderwunsch hatte er einfach ignoriert, denn er war viel zu egoistisch, alles sollte sich nur um ihn drehen.
Und nun hatte sie erfahren, dass er auch noch eine Geliebte hatte, die neue Nachbarin, die in die Vogelvilla am Ende der Straße eingezogen war.
Aber seltsamerweise berührte sie das kaum, sie hatte sich schon lange innerlich von ihrem Mann entfernt.
Sie hörte ihn die Treppe herunter poltern und dann rief er auch schon.
Warum steht das Frühstück nicht auf dem Tisch!“
Elke nahm einen Schluck aus ihrer Tasse und grinste.
Wieso sitzt du hier und glotzt den dämlichen Weihnachtsbaum an, statt mir ein Frühstück zu machen.“
Elke drehte sich um und warf ihrem Mann einen spöttischen Blick zu.
Der Kaffee ist in der Kanne, im Kühlschrank sind Eier und Speck, wie man einen Toast in den Toaster steckt wirst du ja wissen.“
Was soll das! Ich arbeite Tag und Nacht , damit du ein schönes faules Leben hast und da kann ich doch wenigstens verlangen, dass du mir ein gutes Frühstück bereitest!“
Elke zuckte nur die Schultern.
Sebastian wurde noch wütender.
Außerdem der Weihnachtsbaum muss raus, warum steht er immer noch hier, willst du vielleicht an Ostern die Eier dran hängen. Verrückt genug bist du ja, mit deinem dämlichen Weihnachtsfimmel!“
Langsam stellte Elke ihre Tasse ab und wandte sich ihrem Mann zu.
Ja, ich liebe Weihnachten, weil dieses Fest etwas Wärme in mein Leben bringt, denn sonst erfriere ich neben dir.
Vielleicht hätte ich weiter gemacht und
wäre nicht zur Vernunft gekommen. Aber da du dir nun eine Geliebte zu gelegt hast, finde ich, es ist Zeit für dich zu gehen.“
Sebastian wurde blass: „Du weißt von Angela!“
Denkst du wirklich, das bleibt geheim, wie naiv bist du denn,“ spöttisch zog Elke die Brauen hoch.
Übrigens deine Koffer stehen gepackt in der Diele, ich möchte, dass du noch heute das Haus verlässt. Wie du weißt, gehört dieses Haus meinen Eltern.
Und mein Anwalt wird sich demnächst mit dir in Verbindung setzen und die Scheidung besprechen.“
Elke schloss die Augen und dankte dem guten Geist, der sie davor bewahrt hatte, das Angebot ihres Vaters anzunehmen, der ihnen das Haus überschreiben wollte.
Aber du kannst mich doch nicht einfach raus schmeißen, wo soll ich denn hin.“
Nun deine Geliebte wird dich sicher mit offenen Armen empfangen,“ grinste seine baldige Exfrau.
Wütend drehte er sich um und knallte die Tür zu.
Der Tannenbaum ließ vor Schreck ein Häufchen Nadeln fallen.
Bedauernd sah Elke ihn an.
Armer Kerl ich denke auch wir beide müssen uns schön langsam trennen.“
Die Haustür fiel ins Schloss und gleich darauf heulte der Motor des Autos auf.
Elke sprang auf und tanzte ausgelassen durch das Wohnzimmer.
Frei endlich frei!

© Lore Platz (Februar 2017)




Sonntag, 22. September 2024

Hieronymus Ende



Diese Geschichte entstand 2002 und wurde noch auf meiner gelben kleinen Reiseschreibmaschine geschrieben. Leider ist der letzte Teil verloren gegangen, also muss ich ihn neu schreiben. Und  da ich in den 22 Jahren als armer Poet sehr viel dazu gelernt habe wird er viel besser, als das Original.
Dann wünsche  ich Euch einen schönen Sonntag.
 
 
 
 
 
Und wieder vergehen einige Wochen.
Noch immer wissen sie nicht, wo die Puppeninsel liegt.
Niemand hat je von ihr gehört und das Kasperle wird immer mutloser.
Eines Tages gastiert der Zirkus in einer Hafenstadt.
Es ist Nachmittag.
Die Tiere sind versorgt und die Artisten ruhen sich aus, um abends bei der Vorstellung fit zu sein.
Nur Hieronymus findet keine Ruhe.
Allein mit seinen traurigen Gedanken schlendert er durch die Straßen und erreicht schließlich den Hafen.
Dort lehnt er sich an die Kaimauer und sieht sehnsüchtig hinüber zu den Schiffen.
Ach könnte ihn doch eines zu der Puppeninsel bringen.
Eine Möwe trippelt auf langen Beinen eilig die Mauer entlang und pickt sich ihr Futter aus den Ritzen.
He! Warum guckst du so traurig,“ fragt sie und betrachtet ihn mit schief geneigtem Kopf.
Ich hab soooo großen Kummer,“ jammert das Kasperle und dicke Tränen laufen über seine Wangen.
Na, na wird schon nicht so schlimm sein,“ brummt die Möwe und tritt verlegen von einem Bein auf das andere.
Erzähl mir`s doch, vielleicht kann ich dir helfen.“
Das glaube ich nicht,“ lächelt das Kasperle unter Tränen, „ oder weißt du vielleicht wo die Puppeninsel ist?“
Natürlich weiß ich das!
He was machst du denn!“ stammelt der Vogel, denn Hieronymus hat ihn in seiner Aufregung gepackt und schüttelt ihn heftig.
Mit einem kräftigen Schnabelhieb befreit sich die Möwe.
Du verrückter Kerl knickst mir ja die ganzen Federn.“
Tut mir leid, aber ich war so aufgeregt, aber bitte sag mir doch, wo liegt die Puppeninsel!“
Die Möwe zupft an ihren Federn, dabei wirft sie ab und zu einen ärgerlichen Blick auf das Kasperle, dann muss sie doch lachen.
Du bist schon ein komisches Kerlchen, aber
wo die Puppeninsel liegt, kann ich dir schlecht erklären, das müsste ich dir schon zeigen. Versuche ein Schiff zu finden, das dich mitnimmt und komme morgen wieder hierher, ich werde dich dann begleiten.“
Kasperle aber rennt zurück zum Zirkus und stürmt in die Manege.
Angela wäre vor Schreck beinahe vom Seil gefallen.
Bist du verrückt geworden!“
Unsinn, tut mir leid, aber stell dir vor ich habe jemanden getroffen, der die Puppeninsel kennt.“
Angela schwingt sich vom Seil.
Das ist ja prima, erzähl doch!“
Nein, nein, ich muss erst Fridolin suchen.
Wir treffen uns nachher alle in Kasimirs Wagen.
Wenig später sitzen die Freunde alle zusammen im Wohnwagen und Kasperle erzählt ihnen von der Möwe.
Wie aber willst du denn auf die Insel kommen?“ fragt Don Fernando.
Heute Abend nach der Vorstellung werde ich zum Hafen in die Kneipen gehen, vielleicht finde ich dort einen Kapitän der mich mitnimmt,“ meint Hieronymus hoffnungsvoll.
Aber sei vorsichtig, es gibt auch Spelunken im Hafen, in denen sich allerlei Gesindel herum treibt,“ warnt Kasimir, der schon einmal hier war.
Ein heftiges Pochen an der Tür stört die Versammlung und Samson steckt den Kopf durch den Türspalt.
Hallo, ihr Trödler, beeilt euch die Vorstellung beginnt gleich.“
Nun beginnt ein hektisches Gerenne.
Wie immer verläuft die Vorstellung reibungslos und die begeisterten Zuschauer applaudieren heftig.
Nach der Vorstellung begleiten der Direktor und alle Artisten das Kasperle zum Hafen und sie finden tatsächlich einen Kapitän, der sich bereit erklärt Hieronimus auf die Puppeninsel zu bringen.
Das Geld aber bekommt er von Direktor Quirin als Abschiedsgeschenk.

(c) Lore Platz 
 
Ob und wie Hieronymus Meister Martin  findet erzähle  ich euch ein anderes Mal