Donnerstag, 4. Juli 2024

Geschichten aus dem Zauberwald Aurelia 4

 
 
ein BLumenstrauß für Euch

 
Ein ganz großes Dankeschön an alle die täglich kommen . Nachdem  ein Trojaner versucht hat über meinen Blog in meinen Laptop einzubrechen  und auch Kommentare, die nicht ganz koscher waren, habe ich,das kommentieren abgestellt. 
 



Wir müssen eine Versammlung einberufen.“
Mit schnellen Schritten eilt sie hinaus und schickt ein Elfenmädchen in den Garten um alle Wichtel und Elfen in den großen Saal zu bitten.
Gemurmel, Wispern und gelegentliches Kichern erfüllt den Raum, doch als Aurelia eintritt wird es augenblicklich still.
Die Königin setzt sich in die Mitte auf die Decke aus Blumen und sofort eilen die kleinen Wesen zu ihr.
Das gibt ein Gerenne und Gerangel, denn jeder will möglichst nahe bei Aurelia sitzen.
Endlich hat jeder seinen Platz und es herrscht Stille.
Aurelia wirft einen ernsten Blick in die erwartungsvollen Gesichter ringsum.
Ihr könnt euch denken, warum wir uns hier versammelt haben.
Wenn ich Unwirsch nicht heirate, dann wird Schmetterlingsland in Flammen aufgehen.“
Du darfst Unwirsch nicht heiraten! - Lieber sterben wir! - Gernot wird uns retten! - Die Zwerge werden die Kobolde daran hindern! - Der große Feenkönig wird das nicht zulassen!“
Vor Aufregung sind alle aufgesprungen und reden durcheinander.



Aurelia hebt beschwichtigend die Hand.
Das weiß ich alles. Sowohl Gernot, die Zwerge und auch der große Feenkönig werden uns helfen.
Aber was ist, wenn sie zu spät kommen?
Wir müssen uns vor dem Feuer schützen. Hat jemand eine Idee?“
Ich, ich, ich...!“ tönt es von der Tür und Esmeralda kriecht mit hochrotem Kopf in den Saal.
Die Elfen und Wichtel bilden eine Gasse, damit die Schnecke zu Aurelia kann.
Aufatmend bleibt sie stehen, zieht ihre Fühler ein und verschwindet in ihrem Haus.
Alle warten, dass sie wieder heraus kommt, doch nichts geschieht.
Aurelia seufzt. Manchmal braucht man viel Geduld im Umgang mit Esmeralda.
Vorsichtig klopft sie an das Schneckenhäuschen und die Schnecke streckt ihren Kopf heraus.
Entschuldige, nun wäre ich doch beinah eingeschlafen, aber der Weg hierher war ja auch ...“
Du wolltest uns von deiner Idee erzählen,“ unterbricht Aurelia sie sanft.



Ja,ja,ja“, stammelt die Schnecke, „ habe mich mit
Spitznase, dem Maulwurf unterhalten und er meint, das Feuer könne ihm nichts anhaben so tief unter der Erde.“
Das ist es!“ jubelt Aurelia.
Sie nimmt den Kopf der Schnecke und gibt ihr einen schallenden Kuss.
Esmeralda errötet vor Freude, zieht sich aber erschrocken zurück, als ringsum ohrenbetäubender Lärm aufbrandet.
Wichtelmännchen werfen jauchzend ihre Mützen in die Höhe, schnappen sich ein Wichtelfrauchen und tanzen ausgelassen durch den Saal.
Die Elfen schwirren übermütig durch die Luft.
Die Kinder kreischen fröhlich und schlagen Purzelbäume.
Aurelia bleibt still sitzen und betrachtet lächelnd das ausgelassene Treiben.
Avar sitzt kopfschüttelnd daneben und von Esmeralda hört und sieht man nichts.
Als endlich wieder Stille eintritt verteilt Aurelia die Aufgaben.
Weißbart, der Älteste der Wichtel, wird zu Spitznase geschickt, um den besten Platz für die Schutzhöhle zu finden,
Die Wichtelfrauen müssen Kleider, Decken und Kissen zusammensuchen, um die Höhle gemütlich auszustatten.
Die Elfen sollen genügende Nahrung sammeln und die Kinder werden zu den Spinnen gesandt.
Diese sollen über den Maulwurfhügel ein Netz weben, das dicht genug ist, um den Rauch abzuhalten, aber doch so feinmaschig, dass genügend Luft durchdringt.
Eilig verlässt das kleine Völkchen den Saal.
Froh darüber etwas gegen die drohende Gefahr unternehmen zu können.


Gernot betrachtet sinnend die Kugel in seiner Hand, dann wickelt er sie vorsichtig in das schützende Tuch und verstaut sie in einer Tasche, die er sich umhängt.
Springsinsfeld steht vor der Tür.
Kann ich herein kommen?“
Gernot nickt abwesend.
Mit den Gedanken ist er bei der schweren Aufgabe,
die vor ihm liegt.
Ich möchte dich begleiten!“ reißt ihn die Stimme des Wichtels aus seinen Grübeleien.
Der Elfenkönig schüttelt den Kopf.
Nein, das ist viel zu gefährlich!“



Aber es ist meine Familie, es sind meine Leute die in Gefahr sind!“ ruft Springinsfeld verzweifelt.
Gernot tritt zu ihm und legt ihm beide Hände auf die Schulter.
Verzeih mein Freund, daran habe ich nicht gedacht.
Lass uns zusammen gehen, aber ist dir bewusst, dass die Sache sehr gefährlich ist und wir vielleicht unser Leben verlieren?“
Springinsfeld nickt stumm.
Es ist schon fast dunkel, als sie den Wald erreichen.
Müde setzen sie sich ins Gras.
Heute hat es wohl keinen Sinn mehr. Am besten wir suchen uns einen sicheren Schlafplatz.“
Springinsfeld nickt nur, er ist viel zu erschöpft, um zu antworten.




Ein Rauschen lässt sie zusammen zucken.
Ein dunkler Schatten taucht über ihnen auf.
Frau Eule lässt sich schwer atmend neben ihnen nieder.
Ich habe auf euch gewartet. Hier seid ihr nicht sicher.
Unwirsch weiß, dass du Aurelia zu Hilfen eilen wirst, Gernot. Seit einiger Zeit treiben sich seine Kobolde im Wald herum, um dich abzufangen.
Im Moment werden sie von den Füchsen und Dachsen durch die Gegend gescheucht.“
Frau Eule kichert.
Aber nun kommt. Morgen müsst ihr ausgeruht sein.
Ihr könnt bei mir schlafen. Morgen früh hole ich euch dann wieder
herunter.“
Sie breitet die Flügel aus und die Zwei klettern auf ihren Rücken.
Auf dem Ast vor ihrer Höhle setzt die Eule sie ab und fliegt davon.
Kaum sind die zwei Freunde durch die Öffnung gekrabbelt und haben das Bett erreicht, schlafen sie auch schon ein.
Nach einem langen wohltuenden Schlaf erwacht Gernot.
Er stellt sich an den offenen Eingang.
Es ist seltsam die Welt von dieser Höhe aus zu betrachten.
Die Sonne erhebt sich aus ihrem Bett und vertreibt die letzten Fetzen der Nacht.

Morgen geht es weiter

Mittwoch, 3. Juli 2024

Geschichten aus dem Zauberwald - Aurelia 3


PUUHHH, die Hitze hat nachgelassen , trotzdem ziehe ich mich in den Zauberwald zurück, ihr könnt mich gerne begleiten.

Viel Spaß beim Lesen!

























Zwei Heupferdchen ziehen den Wagen, auf dem ein Fässchen mit Honigmet liegt und vier Blumenelfen begleiten ihn, um beim Abladen zu helfen.
Während Gernot gedankenverloren durch den Wald wandert, schwatzen die Elfenjungen fröhlich miteinander.
Als sie die Lichtung erreichen, auf der die Hexe vor
ihrem Haus auf einer Bank sitzt, verstummen sie plötzlich.
Gernot wendet sich um und blickt in vier ängstliche Gesichter.
Er lächelt.
Ich gehe allein weiter, ihr könnt hier auf mich warten.
Während die Blumenelfen sich hinter den Büschen verstecken, nimmt er die Zügel der Pferde.
Die Elfen beobachten wie ihr König über die Lichtung schreitet.
Auch wenn sie Angst haben vor der Hexe, wenn ihr König in Gefahr gerät, dann würden sie ihn nie im Stich lassen und Gernot weiß das.




Die Kräuterhexe sitzt am Tisch und schabt eine Karotte.
Sie blickt nicht auf, als der Blumenelf näher kommt und vor ihrem Tisch stehen bleibt.
Guten Tag, Wurzel,“ grüßt Gernot.
Die Hexe gibt keine Antwort, wirft nur unter halb geschlossenen Lidern einen listigen Blick auf das Fässchen Honigmet.
Gernot grüßt noch einmal, doch die Hexe beachtet ihn nicht.
Nun wird der Elf wütend.
Er stützt beide Hände auf den Tisch und beugt sich vor.
Hat man euch nicht beigebracht einen freundlichen Gruß zu erwidern?“ grollt er.
Die Hexe hebt den Kopf und funkelt ihn böse an.
Weißt du, dass ich dich in eine Kröte verwandeln kann, du vorlauter Bengel.“
Sicher, aber ihr werdet es nicht tun.“
Ach und was hindert mich daran?“
Weil ihr zwar die unhöflichste und unfreundlichste Hexe im Zauberland seid, aber niemals ungerecht.
Ich habe euch nichts Böses getan.“
In den Augen der Hexe blitzt es kurz auf, dann fragt sie etwas freundlicher.
Und was führt dich zu mir, Elfenkönig?
Es muss eine ziemlich große Sache sein, wenn du gleich ein ganzes Fass mit Honigmet mitbringst.“
Sie kichert.
Wer hat dir verraten, dass ich dafür eine
Schwäche habe?“
Frau Eule!“


Ach, die gute Eusebia, sie kommt bei ihren Streifzügen immer vorbei und wir halten ein
Schwätzchen und trinken ein Gläschen.
Also, was willst du, fasse dich kurz, ich habe wenig Zeit.“
Es geht um dein Patenkind.“
Die Kräuterhexe runzelt die Stirn und wirft ihm einen finsteren Blick zu.
Ich weiß, dass ihr beide nicht die besten Freunde seid, aber regelt das gefälligst unter euch.“
Der Elfenkönig seufzt.


Das kann ich aber nicht ohne eure Hilfe. Er will Aurelias Schmetterlingsreich vernichten.“
Wurzel legt ihre Kräuter hin und richtet sich auf.
Erzähl!“
Als Gernot seinen Bericht beendet hat, seufzt sie tief.
Dieser dumme Junge.
Vor einiger Zeit war er bei mir und schwärmte, dass Aurelia so wunderschön singen würde.
Sie könnten sie bis tief unter der Erde hören und er möchte sie heiraten.
Ich habe ihm abgeraten, denn Aurelia braucht Licht und Sonne und würde in seinem unterirdischen Schloss verwelken.
Was für ein Narr!“
Wirst du uns helfen?“
Müde nickt die alte Frau und erhebt sich ächzend.
Ich werde dir etwas geben und während ich in der Hütte bin kannst du die Feiglinge rufen, damit sie dir beim Abladen helfen.“
Sie lächelt kurz.
Ich habe sehr wohl bemerkt, wie sie sich ins Gras ducken.“
Mit müden schwerfälligen Schritten schlurft sie in die Hütte.
Gernot winkt den Elfen und während diese das Fässchen abladen, beobachten sie die Tür.
Als diese sich knarrend öffnet, lassen sie das Fässchen fallen und laufen davon.
Schöne Helden hast du mitgebracht,“ spottet Wurzel.
Wenn es darauf ankommt, können sie schon kämpfen,“ verteidigt Gernot seine Männer.
Die Hexe wirft ihm einen zweifelnden Blick zu.
Vorsichtig legt sie das Päckchen, das sie aus der Hütte geholt hat, auf den Tisch und entfernt die Decke, dies es umhüllt.


Es ist ein weißer Kristall, der im Sonnenlicht funkelt.
Sie reicht ihn Gernot.
Damit kannst du den Drachen besiegen.
Bevor die Sonne im Zenit steht, musst du
versuchen so nah wie möglich an den Drachen heranzukommen.
Wenn die Sonne den Zenit erreicht hat, dann halte den Kristall in ihr Licht und der Strahl, der sich dann in der Kugel bricht muss direkt in das Auge des Drachens treffen.
Er wird dann auf die Größe einer Heuschrecke schrumpfen.
Achte darauf, du hast nicht viel Zeit, wenn die Sonne weiter wandert, ist es zu spät.
Nun geh!“
Der Elfenkönig wickelt den Kristall sorgfältig in das Tuch und verstaut ihn vorsichtig in seinem Lederbeutel.
Er bedankt sich bei der Kräuterhexe und geht zu dem Wagen.
Warte!“
Er dreht sich um.
Ich habe diesen Drachen kaum, dass er aus dem Ei geschlüpft ist meinem Patenkind geschenkt.
Die beiden hängen sehr aneinander.
Also töte ihn nicht, Elfenkönig!“
Ich verspreche es.“
Gernot verbeugt sich, nimmt die Pferde am Halfter und marschiert zum Wald, dann dreht er sich noch einmal um.
Ich werde dafür sorgen, dass ihr jeden Monat ein Fässchen Honigmet bekommt.“
Glaub bloß nicht, dass ich dich deshalb freundlicher behandle, Elfenkönig!“ ruft Wurzel ihm nach.



Im Schmetterlingsland versuchen alle so normal wie möglich zu leben und sich von dem schrecklichen Ungeheuer vor der Tür nicht einschüchtern zu lassen.
Aber das Lachen der Kinder ist leise geworden, das fröhliche Geschnatter der Wichtel verstummt und das Summen und Singen der Elfen nicht mehr zu hören.
Selbst die Vögel im Wald singen nicht mehr.
Über dem ganzen Zauberland liegt eine gespenstische Stille.
Eine mollige, pausbäckige Elfin trippelt durch den Garten.
Ab und zu bleibt sie verschnaufend stehen und
wischt sich über die Stirn.
Sie hätte das dritte Honigbrötchen nicht essen sollen.
Stöhnend klettert sie die Stufen zum Palast hinauf und geht durch den großen Saal direkt in Aurelias Zimmer.
Diese sitzt vor dem Spiegel und flechtet Blumen in ihr Haar, dabei summt sie eine traurige Melodie.
Die stämmige kleine Person räuspert sich.
Avar!“ ruft Aurelia und wirft sich schluchzend ihrer alten Kinderfrau in die Arme.
Beruhigend streichelt diese ihr über das Haar, dann schiebt sie das Mädchen energisch von sich.
Es ist genug, meine Bluse ist ja schon ganz nass!“
poltert sie, bemüht ihre eigenen Tränen zu unterdrücken.
Unter Lachen und Weinen zieht Aurelia ihre Kinderfrau neben sich auf das Sofa.
Hast du dir schon überlegt, was zu tun ist?“ will Avar wissen.
Aurelia sieht versonnen aus dem Fenster.
Gernot wird mich retten.“
Und wenn er es nicht kann? Er ist nur ein kleiner Elf, was soll er gegen einen so großen Drachen ausrichten?“
Gernot ist klug, ihm wird etwas einfallen.
Und ich könnte immer noch Unwirsch heiraten, um mein Volk zu retten,“ murmelt die Schmetterlingskönigin.
Rede keinen Unsinn!


Du würdest keine drei Tage in den unterirdischen Höhlen überleben.
Unwirsch würde so wütend werden, weil er sich betrogen fühlt, und würde unser Reich verwüsten.
Dein Opfer wäre also vollkommen umsonst.
Gernot würde uns zu Hilfe eilen und auch das Blumenreich würde der Drache zerstören.
Die Zwergen werden gegen die Kobolde kämpfen und auch der große Feenkönig wird sich einmischen.
Überall wäre Krieg!“
Aurelia hebt sich die Ohren zu.
Avar, hör auf, du machst mir Angst!“
Beruhigend tätschelt diese ihre Hand.
Ich wollte dir nur klar machen, dass dein Opfer sinnlos wäre.“
Seltsam, dass so ein kleiner Kerl, wie der Koboldkönig, so ein riesengroßes Haustier hat.“
Das alte Mädchen nickt.
Seine Patin, die Kräuterhexe Wurzel, hat ihm den Drachen geschenkt, kaum dass er aus dem
Ei geschlüpft ist.
Die beiden sind zusammen aufgewachsen und der Drache hängt mit abgöttischer Liebe an Unwirsch und würde ihm nie ein Haar krümmen, obwohl er so groß ist, dass er den Kobold mit einem Fuß
zerquetschen könnte.
Eigentlich ist diese Freundschaft rührend!“
Das hilft uns aber nicht weiter,“ brummt Avar.
Aurelia nickt.

Morgen geht es weiter

Dienstag, 2. Juli 2024

Geschichten aus dem Zauberwald - Aurelia 2



Und der schnellste Läufer, der Wichtel Springinsfeld wird zu Gernot gesandt.
Das fröhliche Wispern, Lachen und Singen ist verstummt.
Unwirsch hat einen Hauch des Bösen hinterlassen.


 
(c) meine Tochter


Mit langsamen, schleppenden Schritten tappt der Drache Kalypso durch den Wald.
Immer, wenn er einen Fuß aufsetzt, bebt die Erde.
Stille herrscht im Wald.
Das fröhliche Gezwitscher der Vögel ist verstummt.
Verängstigt kuscheln sie in ihren Nestern.
Eichkätzchen flitzen die Bäume hoch, um sich im dichten Geäst zu verstecken.
Füchse und Dachse huschen in ihren Bau.
Käfer und Ameisen krabbeln eilig davon, um nicht zertreten zu werden.
Tiefe Stille legt sich über den Wald.
Nur das Stampfen der Drachenbeine und das Klirren der Waffen von Unwirsch und seinen Soldaten ist zu hören.
In der Nähe des Schmetterlingsreiches kettet Unwirsch den Drachen an einen Felsen.
Liebevoll tätschelt er dessen Hals und Kalypso schließt mit wohligem Seufzer die Augen.
Der Koboldkönig tritt an das Tor und fordert die Wachen auf, die Königin zu holen.




Anmutig schwebt Aurelia durch den Garten, begleitet von den Wichteln und Elfen.
Die Wachen haben ihr bereits von dem Drachen erzählt, doch sie lässt sich ihre Sorgen nicht anmerken.
Kühl betrachtet sie Unwirsch.
Was willst du?“
Hämisch grinsend deutet der Kobold auf den Drachen.
Darf ich dir Kalypso mein liebes Haustier vorstellen?
Er wohnt sonst unter der Erde und wärmt unsere Höhlen.
Doch jetzt wird er deinen Garten bewachen und dafür sorgen, dass niemand hinein oder heraus kann.
Ich gebe dir drei Tage Zeit.
Wenn du bis dann nicht einwilligst meine Frau zu werden, wird  dein Reich vernichtet.
Du siehst, ich habe Kalypso so angekettet, dass sein Feueratem nur bis zum Tor reicht.
Aber wehe, du wirst nicht meine Königin, dann führe ich den Drachen an das Tor und dein Reich wird nur noch Asche sein!“
Unwirsch hebt drohend die Faust, dreht sich um und marschiert mit seinen Soldaten davon.
Ein vorwitziges Wichtelkind steckt neugierig seinen Kopf durch das Gitter.



Der Drache reißt das Maul auf und ein Feuerstrahl schießt auf das Tor zu.
Das Kind fällt vor Schreck rückwärts, bleibt aber unverletzt.
Aurelia hebt die Kleine auf, die sich zitternd an sie schmiegt.
Ernst sieht die Königin ihre Freunde, die sich um sie
scharren, an.
Keiner darf zu nahe an das Tor heran, gebt auf die Kinder acht.
Die Wichtel werden aus Steinen einen Schutzwall errichten, ansonsten geht alles weiter wie bisher.
Wir lassen uns von diesem Kobold nicht unterkriegen!“
Die Wichtel und Elfen jubeln ihrer König zu, was Kalypso veranlasst wieder einen Feuerstrahl loszulassen.


Springinsfeld läuft so schnell er kann und hat das Blumenland bald erreicht,
Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und die Blumen recken ihre Köpfe den wärmenden Strahlen entgegen.
Glücklich sieht der Wichtel sich um.
Hier war es genauso schön wie zuhause und bald würden beide Reiche zusammen gehören, wenn nicht … .
Springinsfeld zuckt zusammen, als ihm einfällt warum er gekommen ist.
Er betritt das Schloss und wird von einem freundlichen Blumenelf zu Gernot geführt.
Dieser sieht ihm lächelnd entgegen.
Schön dich zu sehen, Springinsfeld , bringst du mir Nachricht von Aurelia?“
Dieser nickt, nimmt einen Schluck von dem angebotenen Lindenblütentee und erstattet Bericht.
Gernot runzelt die Stirn und seine Miene wird immer besorgter.
Erregt läuft er auf und ab, die Hände zu Fäusten
geballt.
Wäre Unwirsch jetzt hier gewesen, dann hätte er nichts zu Lachen gehabt.



Ein Rotkehlchen fliegt durch das geöffnete Fenster und landet mitten auf dem Tisch.
Es lässt den Brief fallen, den es im Schnabel trägt und richtet seine zerzausten Federn.
Dann erzählt sie den aufmerksam Lauschenden, was inzwischen im Schmetterlingsland geschehen ist.
Springinsfeld wird blass und Gernot vergräbt aufstöhnend das Gesicht in beiden Händen.
Das Rotkehlchen pickt ihn auf den Kopf.
He, zum Jammern hast du keine Zeit.
Frau Eule hat mich geschickt und lässt dir ausrichten, dass du die alte Kräuterhexe Wurzel aufsuchen sollst. Sie hat den Drachen damals Unwirsch geschenkt.“
Gernot sieht den Vogel zweifelnd an.



Ist die Kräuterhexe nicht die Patin von Unwirsch?
Sie wird uns wohl kaum helfen.“
Doch, doch! Frau Eule meint, die alte Wurzel ist zwar eine unfreundliche Person, aber sie hat ein ehrliches Herz und ist bestimmt nicht erfreut über das Treiben ihres Patenkindes .“
Gernot winkt einen Blumenelf herbei und bittet ihn, seinen Umhang zu holen.
Das Rotkehlchen streckt ein Beinchen und meint:
Ich muss jetzt weiter zu den Zwergen. Frau Eule hat mir einen Brief für den Zwergenkönig mitgegeben, denn sie meint, die Zwerge wären die einzigen, die die Kobolde aufhalten können.“
Es nimmt den Brief, lässt ihn dann aber wieder auf
den Tisch flattern.
Übrigens, Frau Eule meint, die Kräuterhexe hat eine Schwäche für Honigmet und den Besten gibt es doch in eurem Reich.“
Mit dem Brief im Schnabel fliegt es davon.

Wenig später ist Gernot auf dem Weg zur 
Kräuterhexe.

Morgen geht es weiter
 

Montag, 1. Juli 2024

Geschichten aus dem Zauberwald - Aurelia

Wieder beginnt eine neue Woche und ich möchte euch wieder in den Zauberwald entführen, diesmal begegnen wir der Schmetterlingskönigin Aurelia.

Viel Spaß beim Lesen!




Aurelia



Ein lieblicher Gesang ist zu hören.
Wie ein zartes Glockengeläut tönt es über die blühende bunte Wiese und die Blumen strecken ihre Köpfe, als der Gesang sie streichelt, wie eine sanfte Brise.
Die lieblichen Töne klettern über die Mauern, die das
Schmetterlingsreich wie eine Festung umgeben und erreichen den nahe gelegenen Wald.

 
(c) Werner Borgfeldt

Rehe hören auf zu äsen und heben lauschend die Köpfe.
 
(c) Irmgard Brüggemann



Die kleinen Hasen, die sich übermütig balgen, kauern sich ins Gras und stellen lauschend die Löffel.
Die Näschen zucken voll Wohlbehagen.
Und die Vögel ringsum zwitschern begeistert mit.



Ruhe! Was soll denn dieser Lärm!“ schimpft Frau Eule und steckt ihren Kopf aus ihrer Wohnung.
Sie trägt eine Brille, denn tagsüber kann sie nicht gut sehen.
Ihre Augen, die hinter den Gläsern viel größer erscheinen, funkeln böse.
Kann denn niemand etwas Rücksicht nehmen! Ich muss schließlich schlafen!“


(c) Irmgard Brüggemann

Wenn du nicht die ganze Nacht durch den Wald streifen würdest, um uns zu fangen, wärst du nicht so müde,“ piepst eine kleine Maus frech.
Doch als die großen Eulenaugen auf sie herunter schauen, verschwindet sie blitzschnell in ihrem Mauseloch.
Freche Göre,“ brummt Frau Eule.
Eine Elster fliegt heran und lässt sich auf einem Ast
nieder.
Sie ist eine alte Klatschbase und auch jetzt funkeln ihre Augen, als könnte sie es kaum erwarten eine Neuigkeit zu verkünden.
Wisst ihr denn, warum Aurelia heute so besonders schön singt?“
Nun sie hat eine wunderbare Stimme und hat mich schon oft in den Schlaf gesungen,“ brummelt Frau Eule und wirft einen finsteren Blick in die Runde.
Die Vögel ducken sich und versuchen sich ganz klein zu machen.
Und wenn dieses hirnlose Federvieh nicht so einen entsetzlichen Lärm gemacht hätte, würde ich auch schon längst schlafen.“
Aber ihr wisst nicht, warum Aurelia heute so ganz besonders glücklich ist!“ ruft die Elster und plustert ihre Federn auf.
 
(c) Irmgard Brüggemann


Ein Rotkehlchen drängt sich nach vorn, doch die Elster hackt nach ihr und erschrocken weicht das Vögelchen zurück.
Nun erzähl schon, bevor du daran erstickst. 
Da ich tagsüber schlafe bekomme ich nicht alles mit was hier geschieht.“
Die Elster wirft einen triumphierenden Blick in die Runde.
Aurelia ist verliebt und Gernot hat um ihre Hand angehalten.“
Und deshalb die ganze Aufregung. Ich gehe jetzt schlafen.“
Die Vögel, die die Elster nicht leiden können, schwirren davon.
Nur das kleine Mäuschen schlüpft aus ihrem Loch,
nachdem es sich vergewissert hat, dass die Eule nicht mehr da ist.
Wer ist denn Gernot?“
Die Elster sieht sie finster an.
Ach halt doch den Mund!“ grollt sie ärgerlich und fliegt davon.
Das Mäuschen zuckt beleidigt mit dem Näschen und verschwindet in ihrem Erdloch.



Wenn man dem Weg aus dem Wald folgt, erreicht man nach einiger Zeit einen Garten, der von einer schützenden Mauer umgeben ist.
Das große schmiedeeiserne Tor ist immer geöffnet und eine wahre Farbenpracht erfreut das Auge.
Blumen und Blüten wetteifern in allen Farben des Regenbogens.
Es ist das Reich der Schmetterlingskönigin Aurelia.
Zierliche Elfenmädchen laufen mit
kleinen Gießkannen zwischen den Blumen herum.
Elfenjungen und Wichteln schieben kleine Schubkarren.
Es ist ein Gerenne und Gewurrle.
Auf einer Blumenschaukel sitzt Aurelia und bindet aus Gänseblümchen einen Kranz, dabei summt sie leise vor sich hin.
Kichernd laufen Elfenmädchen vorbei und wispern:
Unsere Königin ist verliebt.“
Sie freuen sich, denn König Gernot ist ein liebenswerter, freundlicher Elf und wird bestimmt gut zu ihrer Königin sein.
Plötzlicher Lärm lässt Aurelia aufblicken.




Die Schnecke Esmeralda kriecht keuchend den Weg
entlang.
Aurelia! Der, der, der ...“
Da kommt auch schon der Koboldkönig Unwirsch angerannt, verfolgt von den beiden Torwächtern.
Er gibt der Schnecke einen Tritt, dass diese sich überschlägt.
Gerade noch rechtzeitig kann sie sich in ihr schützendes Haus zurückziehen, bevor sie unsanft aufprallt.
Aurelia legt den Kranz beiseite und steht auf, während zwei Elfenmädchen zu Esmeralda eilen.
 „Was soll das?“ fragt die Schmetterlingskönigin streng.


Der Koboldkönig baut sich drohend vor ihr auf und blickt sie zornig an.
Ich habe euch meinen Minister gesandt mit den herrlichsten Edelsteinen aus meinen Höhlen und ließ euch fragen, ob ihr meine Königin werden wollt.
Ihr habt mein Geschenk nicht angenommen und meinen Antrag abgelehnt,“ schreit Unwirsch und ballt die Hände zu Fäusten.
Aurelia setzt sich wieder auf die Schaukel.
Die Wichtel und Elfen sind näher gekommen und bilden einen Kreis um die Beiden.
Alle haben sich irgendwie bewaffnet, um ihrer Königin notfalls zu helfen.
Diese sieht den Koboldkönig ernst an.
Ich kann eure Königin nicht werden, das habe ich bereits eurem Minister erklärt.“
Unwirsch knirscht mit den Zähnen.




Ich bin der reichste König vom Zauberland.
Meine Schätze sind unermesslich.
Mein Palast besteht aus den schönsten und wertvollsten Edelsteinen. Was wollt ihr mehr!“ 
brüllt er.
 „Ich danke euch für die Ehre, aber ich kann nicht eure Frau werden.
Ich brauche Licht und Sonne zum Leben und könnte niemals in eurem Schloss unter der Erde glücklich werden. Außerdem ich liebe euch nicht.“
Liebe! Wer braucht schon Liebe!
Aber diesen Hungerleider aus dem Blumenreich, den liebt ihr wohl?“
Ja, ich liebe Gernot und werde sehr gerne seine Frau werden,“ bestätigt Aurelia glücklich lächelnd.
Das werdet ihr noch bereuen!“
Unwirsch dreht sich um und stapft davon.
Sehr besorgt sieht die Königin ihm nach.
Schließt das Tor und verstärkt die Wachen!
Auch müssen wir einen Boten zu Gernot schicken, ich fürchte die Kobolde werden uns angreifen.“
Ich, ich, ich werde zu Gernot gehen!“
Esmeralda, die sich wieder aus ihrem Haus gewagt hat, nachdem der Kobold gegangen ist, kriecht langsam heran.
Aurelia lächelt.
Das ist lieb von dir und es war sehr tapfer von dir, wie du dich Unwirsch in den Weg gestellt hast.“
Esmeralda errötet vor Freude, dann senkt sie traurig den Kopf.
Ich bin zu langsam.“
Ich fürchte ja, aber du wirst hier gebraucht.“
Aurelia teilt nun die Wachen ein, die in Abständen die Mauer abschreiten müssen.
Die Elfenjungen fliegen auf die höchsten Blüten um das Geschehen jenseits der Mauer zu beobachten.

 Morgen geht es weiter


 

 

Ich nehme  an den Juniversen von David teil

juniverse 2024

 

 



 

 

 piesacken

  1.  
  2. Quelle  
  1.  
  2. a) mit kleinen Grausamkeiten quälen, reizen oder provozieren, auf verletzende Weise über jmdn. spotten o. Ä.
  3. b) Synonym zu schikanieren, sekkieren (b)
  4. c) jmdm. lästig werden, auf die Nerven gehen, ihn aufdringlich mit etw. belästigen

          

 Das Verb ist wohl abgeleitet von  Pesek ‘Ochsenziemer 

 

Mutlos schlurft Julius durch die Gassen

Werden die anderen ihn heute in Ruhe lassen

Warum ihn einige piesacken ist ihm unklar bis heute

Vielleicht ist er einfach für sie eine leichte Beute

Aber soll er deshalb ein Raufbold werden

Das liegt ihm nicht und bringt nur Beschwerden

Dann strahlt sein Gesicht, es fällt ihm etwas ein

Was es ist, weiß nur er allein


(c) Lore Platz

  


 

zappenduster.

 Quelle  


völlig dunkel. aussichtslos, hoffnungslos

Zusammensetzung (19. Jh.) von duster (s. düster) mit Zappen, einer Kurzform der Soldatensprache

 

 zappenduster. 

Papa was ist geschehen

Alles ist dunkel man kann nichts mehr sehen

Zappenduster ist es überall

Und ich bin beinahe über den Kater  gefall´n

Bleib ruhig kleiner Mann

Ich zünde gleich eine Kerze an

Und  nun warten Vater und Sohn bis der Sturm draußen nicht mehr rüttelt

 Der den Strom aus der Leitung geschüttelt

 

(c) Lore Platz