Dienstag, 25. März 2025

Das Wunder von Wolfskirchen

Die Landwirtschaft ist ja sehr vom Wetter abhängig, darum gibt es jedes Jahr einen Bittgang, der mehrere Kilometer über Land und durch die Dörfer geht, um für eine gute Ernte zu beten.
Ich habe die Bittgänge als Kind geliebt, obwohl es morgens um vier schon los ging. Wurde doch jeder der daran teilnahm vom Unterricht befreit. Als Brotzeit packte mir meine Mutter ein Butterbrot, einen Apfel und ein hart gekochtes Ei ein, dazu eine Flasche Leitungswasser.
Meine heutige Geschichte erzählt von so einem Bittgang. 
Viel Spaß beim Lesen! 


 
(c) meine Tochter




Das Wunder von Wolfskirchen

Ich wohne ja in einem kleinen bayrischen Marktflecken und hier ist es noch üblich, dass die Glocken laut und voll tönend die Gläubigen zum Gottesdienst am Sonntag rufen.
Für mich gehört dieser Glockenklang einfach zum Sonntag dazu und ich liebe ihn.
Nun will ich euch eine kleine Geschichte erzählen, bei der es auch um das Läuten der Glocken geht.


 
(c) meine Tochter



Seufzend legt Pfarrer Berger den Füller beiseite und rollt etwas mit den Schultern, um die Verspannung zu lockern.
Er ist froh, wenn seine Sekretärin Frau Pfanner wieder aus dem Urlaub zurück kommt.
Ein Blick auf die Standuhr zeigt ihm, dass es bereits nach 22 Uhr ist und am besten geht er jetzt gleich zu Bett, denn Morgen früh um 4 Uhr kommt die Bittprozession aus Gerlodbach und er muss die Hl. Messe lesen.
Erschrocken zuckt er zusammen.
Er muss ja den Computer für die Glocken auf vier Uhr programmieren.
Er kennt sich mit diesem vermaledeiten Ding doch überhaupt nicht aus, als er jung war gab es weder Handys noch Computer.
Seine Sekretärin hatte ihm zwar, bevor sie in Urlaub fuhr alles noch einmal erklärt, aber verstanden hatte er so gut wie nichts.
Es ist ganz leicht, nur ein Knopfdruck und die Glocken beginnen um die eingegebene Zeit zu läuten,“ meinte Frau Pfanner und hat aufmunternd gelächelt.

Der Pfarrer verlässt sein Arbeitszimmer und geht hinüber in die Kirche.
In der Sakristei steht der kleine schwarze Kasten, in dem das Wunderwerk der Technik verborgen ist.
Früher hatten die Ministranten mit einem langen Strang die schweren Kirchenglocken in Bewegung gebracht und hatten einen Riesenspaß, wenn sie mit dem schwankenden Seil durch den Raum flogen.

Doch als sich letztes Jahr der Sohn des Bürgermeisters bei dem Gerangel den Fuß gebrochen hat, hat sein Vater bei der Gemeinde die sehr teure Anschaffung einer computergesteuerten Anlage für die Glocken, durchgesetzt.

Pfarrer Berger hat nun den Computer eingeschaltet.
Das eben noch schwarze Bild leuchtet grell weiß auf .
Verwirrt sieht der alte Mann auf die vielen Knöpfe.
Nur ein Knopfdruck, dass ich nicht lache,“ murmelt er verbittert.
Wenn er nur wüsste welchen.
Vorsichtig drückt er, ein schrilles Geräusch ertönt und hastig fährt er mit der Hand über einige Knöpfe.
Stille! Der Bildschirm wird schwarz.
Wütend knallt er den Deckel zu.
Was nun?
Er verlässt die Sakristei und hastet die Dorfstraße hinunter.
Etwas atemlos betritt er die Dorfkneipe und wird mit großen Hallo begrüßt.
Der Bürgermeister winkt ihn an seinen Tisch.
Der Pfarrer begrüßt die Männer und lässt sich erschöpft auf einen Stuhl fallen.
Der Wirt stellt ihm grinsend ein Glas Bier hin.
Herr Pfarrer sollten sie denn nicht im Bett sein, morgen kommen die Pilger doch schon ganz früh aus Gerlodbach.“
Pfarrer Berger nimmt einen tiefen Schluck Bier und wischt sich über den Mund.
Wer kennt sich von euch mit einem Computer aus.“
Achselzucken ringsum!
Der alte Wildgruber, der größte Bauer im Dorf knurrt:
Mein Sohn plagt mich schon dauernd, dass ich so ein Ding anschaffe. Ohne Computer könne man heutzutage keine Landwirtschaft mehr führen.“
Er schlägt wütend mit der Faust auf den Tisch, dass die Gläser hüpfen.
Solange ich noch nicht übergeben habe, kommt mir so ein neumodischer Kram nicht ins Haus.“
Hilfesuchend sendet der Pfarrer einen Blick zum Lehrer, doch auch dieser schüttelt den Kopf.
Ich gehe nächstes Jahr in Pension und habe keine Lust mich noch mit dieser neuen Technik auseinanderzusetzen.“
Ein listiger Blick fliegt zum Bürgermeister.
Was ist mit dir, Franz, schließlich hast du dem Herrn Pfarrer ja das ganze eingebrockt und dein Sohn besitzt ja auch das allerneueste Handy.
Jedenfalls stört er den Unterricht mit dem Ding, an dem er ständig herum fummelt.“
Dieser zuckt verlegen mit den Schultern.
Mein Bub kennt sich aus, aber ich nicht. Dann muss es eben mal ohne Glocken gehen.“
Der Pfarrer nickt, trinkt sein Glas aus und verlässt die Kneipe.

Schweißgebadet wacht er am nächsten Morgen auf. Er hatte einen fürchterlichen Traum.
Viele Glocken, mit großen aufgerissenen Mündern zu einem stummen Schrei, verfolgten ihn.
Er schüttelt sich.
Schon seltsam was einem das Unterbewusstsein träumen lässt.
Nach einer eiskalten Dusche ist sein Kopf wieder klar.
Als er in die Sakristei tritt schlüpft er in das grün goldene Messgewand, dass der alte Mesner bereit gelegt hat, wirft noch einen finsteren Blick auf den stummen Computer und geht in die Kirche.
Beide Portale sind einladend geöffnet und Pfarrer Braun gesellt sich zu seinem Mesner, der wartend vor der Kirche steht.
Es ist schon schade, dass ich das mit dem Computer vermasselt habe und die Pilger nicht mit Glockenklang begrüßt werden.“
Pah!“ schnaubt der alte Mesner, „ das kommt nur von dem neumodischen Kram, den der Bürgermeister sich da
eingebildet hat.“
Naja, nachdem sein Bub sich den Fuß gebrochen hat.“
Weil ein wilder Lackel ist und nur Faxen gemacht hat, selber Schuld. Und dann gleich den ganzen Strang abzubauen, wäre er noch dran, könnte ich jetzt die Glocken läuten,“ brummt der Mesner.
Geh Seppl, du hast doch gar nicht mehr die Kraft dazu.“
Die beiden alten Herren sehen sich an und grinsen.
Murmeln ist zu hören und die Pilger kommen langsam die Dorfstraße herunter.
Voran der Fahnenträger, dahinter die Männer, denen die Frauen folgen und am Ende ein paar Kinder.
Die Mädchen brav die Hände gefaltet und betend und dahinter einige Buben auch auffallend ruhig.
Unterwegs hat es nämlich einen Zwischenfall gegeben.
Die Buben alles anders als andächtig, sind sie doch nur mitgegangen weil sie dann nicht zur Schule müssen, haben die Mädels immer wieder geärgert.
Sie haben sie an den Zöpfen gezogen, ihnen die Schürzenbänder aufgezogen und allerlei Unsinn getrieben.
Plötzlich stoppte die Prozession.
Der Fahnenträger, der baumlange Karl , Knecht beim Bauern Hinterhuber, hat seine Fahne in den Boden gerammt und ist mit langen Schritten nach hinten gestapft.
Dort hat er die Buben bei den Ohren gepackt und ihre Köpfe zusammen gestoßen und ihnen eine ordentliche Standpauke gehalten.
Die Mädchen kicherten und die Erwachsen nickten zustimmend.
Dann war der Karl wieder nach vorne gegangen, hatte die Fahne aus dem Boden gezogen und es ging wieder weiter.
Die Buben verhielten sich nun auffallend still.
Nur Xaver und Pauli stießen sich immer wieder feixend an, doch wenn die alte Wimmer Anna strafend nach hinten schaute, machten die Schlingel unschuldige andächtige Gesichter.

Nun haben die Betenden die Kirche erreicht.
Karl lehnt die Fahne an die Mauer und betritt als Erster die Kirche.
Die anderen folgen und verteilen sich auf die Bänke.
Xaver und Pauli aber schlüpfen in die allerletzte Bank und Pauli zieht ein Päckchen Karten heraus und sie spielen Mau Mau.
Pfarrer Berger begrüßt die Pilger und erzählt ihnen in launigen Worten von seinem Missgeschick mit dem Computer.
Paul und Xaver sehen sich an und beide denken dasselbe und als der Mesner die ersten Akkorde auf der Orgel ertönen lässt, schlüpfen die Beiden leise aus der Kirche.
Wenig später stehen sie in der Sakristei vor dem Computer.
Denkst du, du kriegst das hin?“ fragt Pauli.
Klar doch, das Ding ist echt cool!“
Xaver nicht der beste in der Schule aber ein Genie auf dem Computer, drückt nun einige Knöpfe und bald verschwindet das düstere Schwarz und der Bildschirm leuchtet wieder.
Mit flinken Fingern fährt der Junge über die Tasten und meint zufrieden.
Alles wieder in Ordnung. Wie spät ist es?“
4 Uhr 25, aber stelle die Glocken etwas später ein, dass wir wieder in der Kirche sind. Vielleicht glaubt der Pfarrer dann, es ist ein Wunder geschehen.“
Die beiden grinsen und wenig später sitzen sie wieder in der hintersten Bank und verfolgen mit unschuldigen Gesichtern den Ablauf der Messe.
Der Pfarrer hat gerade den Segen gesprochen, da beginnen die Glocken voll und tönend zu läuten.
Ein Lächeln überzieht Pfarrer Bergers Gesicht.
Man könnte fast an ein Wunder glauben, sie tönen wieder, wenn auch mit Verspätung.“
In der hintersten Bank heben Pauli und Xaver die Hand und schlagen feixend ab.

(c) Lore Platz 15.04.2019



Montag, 24. März 2025

Drei gute Freunde

 

 2025  Guten Morgen und schönen Start in die neue Woche. In dunklen Zeiten ist es besonders wichtig wenn man gute Freunde  an seiner Seite hat.

Zitat des Tages

„Freunde sind die Familie, die wir uns aussuchen.“ 

– Edna Buchanan amerikanische Schriftstellerin

 

 

2019

Gestern habe ich ein Pferd auf dem Baum gesehen, was ihr glaubt mir nicht und denkt womöglich ich wäre mit Baron Münchhausen verwandt.
Wirklich ihr könnt mir glauben, es stimmt.
Bei meinem Nachbarn im Garten sind die Bäume voller Schnee, der während des Tages herunter fiel.
Und als ich wieder mal aus dem Fenster sah, hatte der zurück gebliebene Schnee die Form eines Pferdekopfes.
Schade dass ich keine Kamera bei der Hand hatte.

Viel Spaß beim Lesen!



(c) Peter S.



Drei gute Freunde

Der Bauernhof lag etwas abseits in einer schönen Gegend.
Doch wie sah es hier aus. Alte verbogene Milchkannen lagen herum. Verrostete Maschinenteile lehnten an der Wand des Stalles, von der der Verputz bröckelte und aus dem Stall drang ein Gestank, als wäre er schon wochenlang nicht mehr ausgemistet worden.
Eben führt der Bauer, der genauso verwahrlost aussah, wie sein Hof, eine Stute aus dem Stall.
Er zerrte sie mehr, als dass er sie führte.
Das arme Tier sah schrecklich aus. Es war so dünn, dass man die Rippen zählen konnte. Sein glanzloses Fell war total verdreckt und auf der Hinterhand waren Narben zu sehen, die wohl von Schlägen herrührten.
Es trottete traurig neben seinem Herrn, nur als es an seinem Freund, dem Hofhund vorbeikam, der an einer Kette vor seiner Hütte lag, hob es kurz den Kopf.
Der Hofhund bellte zum Gruß, doch der Bauer brüllte:
Halt´s Maul!“
Er spannte das Pferd vor einen voll beladenen Wagen und ließ die Peitsche auf den Rücken des armen Tieres sausen.
Die Stute zuckte zusammen und bemühte sich verzweifelt, den Wagen vorwärts zu ziehen, doch sie war einfach zu schwach.
Der Bauer fluchte und schlug wütend auf das Tier ein, doch der Wagen bewegte sich nicht.
Rot im Gesicht vor Jähzorn schirrte der Bauer das Pferd aus, führte es zur Seite und begann erbarmungslos auf es einzuschlagen.
Die Stute wieherte vor Schmerz und bemühte sich verzweifelt den Schlägen auszuweichen.
Sein Freund der Hofhund bellte lärmend und versuchte ihr zu Hilfe zu kommen, doch die Kette riss ihn immer wieder zurück.
Die Bäuerin von dem Lärm angelockt stürzte aus dem Haus.
Simon, du schlägst sie ja tot!“ rief sie verzweifelt.
Ruf den Abdecker an,“ knurrte der Unhold und wandte sich ab.
Im Vorbeigehen trat er mit dem Fuß nach dem bellenden Hund, stieß seine Frau in den Hausgang und brüllte:
Hab´ich dir nicht gesagt, du sollst den Abdecker anrufen!“
Er gab ihr eine Ohrfeige und beide verschwanden im Haus.
Der Hund, nennen wir ihn Randi, starrte zur Stute, die wir Herta nennen wollen, hinüber.
 
(c) Werner B.

Sie bewegte sich nicht, ob sie wohl tot war?
Er legte sich nieder, den zotteligen Kopf auf den Pfoten und starrte vor sich hin.
Ein kleiner Hase hoppelte über die Wiese, schlüpfte durch das Loch im Zaun und knabberte genüsslich an den Salatblättern.
Erstaunt hob er den Kopf.
Es war ja heute so still. Sonst bellte Randi immer, wenn er ihn sah.
Mit großen Sprüngen überquerte der Hase den Hof und blieb bei Randi stehen.
Weinst du?“ wollte er wissen.
Der Hund sah ihn traurig an.
Der Alte hat Herta tot geschlagen.“
Der Hase erschrak und seine Nase zuckte aufgeregt.
Er hüpfte hinüber zu der Stute und stupste sie mit der Nase an.
Herta öffnete die Lider und sah ihn aus ihren schönen braunen Augen traurig an.

 
(c) R.M.z.V

Der Hase hoppelte zurück.
Sie lebt noch,“ verkündete er.
Randi rührte sich nicht.
Ich kann ihr doch nicht helfen,“ seufzte er mutlos.
Der Hase besah sich die Kette.
Die ist aus Eisen, die kann ich nicht durchbeißen“,
murmelte er vor sich hin, „ aber dein Halsband ist doch aus Leder, leg deinen Kopf zur Seite.“
Rande gehorchte teilnahmslos und der Hase schlug seine kräftigen Zähne in das Lederband.
Plötzlich öffnete sich die Tür und der Bauer stapfte zu seinem alten Auto.
Der Hase war blitzschnell in der Hundehütte verschwunden.
Nach einer Weile spähte er zitternd hervor.
Ist er weg?“ wisperte er.
Ja, er fährt jetzt zum Wirt und wenn er zurück kommt, ist er noch schlimmer.
Der Hase machte sich wieder an die Arbeit und bald war Randi frei.
Er schüttelte seinen zotteligen Kopf sie liefen zu Herta hinüber.
Randi stupste sie an.
Herta, bitte wach` doch auf. Wir müssen hier fort. Wenn der Bauer zurück kommt und sieht, dass du noch lebst, dann schlägt er dich tot.“
Die Stute versuchte verzweifelt auf die Beine zu kommen, doch immer wieder kippte sie um.
Doch Randi gab nicht auf.
Er feuerte sie an, sprach ihr Mut zu, bettelte und flehte.
Endlich stand die Stute zitternd auf ihren vier Beinen.
Der Hund nahm die Zügel ins Maul und führte seine Freundin hinter dem Hasen her, der ihnen im Wald eine geheime Höhle zeigen wollte.
Herta wankte mit halb geschlossenen Augen neben ihren Freunden und Randi war froh, als sie endlich den schützenden Wald erreichten.
Als sie in die Höhle kamen, war es mit Hertas Kraft vorbei und sie stürzte zu Boden.
Ist sie tot?“ fragte ein Eichhörnchen, das neugierig näher gekommen war.
Randi beobachtete die zitternden Flanken seiner Freundin und sah auch, dass ihr Brustkorb sich hob und senkte und schüttelte den Kopf.
Ich muss Hilfe holen!“ In großen Sprüngen eilte er ins Dorf.
Zwei Mädchen spielten im Garten. Das kleinere der Beiden wandte sich schreiend um, als es den Hund kommen sah.
Doch ihre Schwester Karin ging beherzt auf das Tier zu und streckte ihm die Hand entgegen, damit er ihren Geruch aufnehmen konnte und streichelte den Hund dann vorsichtig.
Komm Elli, er ist ganz lieb.“
Ängstlich ging die Kleine näher, doch als der Hund sie liebevoll mit der Nase stupste, legte sie vorsichtig ihre Hand auf seinen Kopf und als er sich nicht bewegte, begann sie ihn behutsam zu streicheln.
Randi, der noch nicht viel Liebe erfahren hatte, genoss es von den beiden Mädchen geknuddelt zu werden.
Doch dann fiel ihm seine schwer verletzte Freundin wieder ein.
Er packte die Kleinere am Rock und zerrte sie Richtung Wald.
Elli schubste ihn lachend weg.
Randi bellte kurz und packte Karin am Rock.
Ich glaube er will uns etwas zeigen,“ meinte diese.
Als hätte der Hund sie verstanden, lief er los, drehte sich um und bellte auffordernd.
Die beiden Mädchen folgten ihm und standen wenig später erschüttert vor dem gequälten Pferd.
Karin liefen die Tränen über die Wangen und auch Elli schluchzte laut.
Sie knieten beide nieder und strichen zart über den Kopf des Pferdes.
Dieses bewegte sich nicht, nur am Heben des Brustkorbs stellten sie fest, dass es noch lebte.
Wer kann nur so grausam sein,“ flüsterte Elli, als sie die offenen, blutenden Striemen betrachtete.
Wir müssen ihm helfen!“
Karin nickte, „ komm wir holen den Tierarzt.“
Die beiden Mädchen nahmen sich an der Hand und liefen durch den Wald ins Dorf.
Atemlos polterten sie ins Wartezimmer.
Eine ältere Frau mit einem Korb auf den Knien, in dem eine siamesische Katze fauchte, sah die Mädchen missbilligend an.
Könnt ihr nicht manierlich ein Zimmer betreten und wie ihr bloß ausseht, schmutzig und zerzaust.“
Ein Junge in Lederhosen, auf dessen rechtem Oberschenkel eine Schildkröte saß, lächelte die Mädchen freundlich an.
Hallo Karin, hallo Elli, wo habt ihr den euer krankes Tier?“
Die Mädchen erzählten ihm aufgeregt von dem verletztem Pferd im Wald.
Anderl sprang so schnell auf, dass die Schildkröte beinahe
auf den Boden gefallen wäre. Doch gekonnt fing er sie auf und rannte gefolgt von den Mädchen in das Zimmer des Arztes.
Dieser verabschiedete sich gerade von einem kleinen Mädchen, das vorsichtig einen Käfig mit einem Wellensittich
vom Tisch hob.
An der Tür erschien die Sprechstundenhilfe mit hochrotem Kopf.
Entschuldigen sie Herr Doktor, die Kinder sind einfach an mir vorbei gerannt.“
Schon gut Margret.“
Die junge Frau verließ mit dem kleinen Mädchen und seinem Sittich das Zimmer.
Der Tierarzt wendete sich an die Kinder.
Wo brennt`s denn?“
Der Junge und die Mädchen erzählten nun von dem misshandelten Pferd im Wald.
Der Doktor nahm mit ernstem Gesicht seine schwarze Tasche und verließ mit den Kindern das Zimmer.
Im Vorbeigehen sagte er seiner Sprechstundenhilfe, dass er zu einem Notfall müsse.
Anderl legte grinsend seine Schildkröte auf den Schreibtisch.
Pass gut auf sie auf!“
Im Hof kletterten sie in den dunkelblauen Geländewagen und waren bald im Wald.
Erschüttert stand der Tierarzt wenig später vor dem übel zugerichteten Pferd.
Das ist die Stute vom Huberbauern, diesmal ist er dran,“ brummte er grimmig.
Er gab dem Pferde eine Spritze und säuberte dann vorsichtig die Wunden.
Die Kinder halfen ihm die Salbe aufzutragen und Randi saß zufrieden daneben und beobachtete alles aus klugen Augen.
Wird es wieder gesund?“ fragte Elli ängstlich.
Ich hoffe es,“ seufzte der Arzt, „aber wir können es nicht hier liegen lassen.“
Ich hol den Vater!“ rief Anderl
Ja und schau auch beim Gendarm vorbei!“
Karin hatte den Kopf des Pferdes in ihren Schoß gebettet und streichelte es liebevoll.
Elli kniete neben Randi und hatte tröstend die Arme um ihn gelegt.
Das Geräusch eines Bulldozers war zu hören und Anderl mit seinem Vater und drei kräftigen Männern, sowie dem Dorfpolizisten betraten die Höhle.
Randi bellte begrüßend und Anderl kraulte ihn hinter den Ohren.
Entsetzt standen die Männer vor dem Pferd und nur die Anwesenheit der Mädchen hinderte sie daran einen kräftigen Fluch auszustoßen.
Der Polizist nahm seinen Block und machte sich Notizen.
Ich werde dafür sorgen, dass der Huberbauer keine Tiere mehr halten darf,“ versprach er grimmig.
Am besten, wir bringen die Stute zu uns,“ meinte Anderls Vater und sah den Polizisten fragend an.
Dieser nickte und Anderl fragte: „Dürfen wir den Hund auch behalten?“
Auch das wurde erlaubt.
Es war einen verflixte Schinderei das Pferd auf den Wagen zu schaffen und die Männer kamen ganz schön ins Schwitzen.
Doch endlich lag es auf der Plane und Randi sprang auf den Wagen und legte sich neben seine Freundin.
Anderl kletterte ebenfalls hinauf und streichelte beruhigend den Hals der Stute, die unruhig mit den Beinen zappelte.
Tuckernd setzte sich der Bulldozer in Bewegung.
Der Gendarm sah ihnen eine Weile nach.
Ich werde jetzt zum Huberbauern gehen,“ brummte er mit grimmigem Gesicht und stapfte davon.
Karin und Elli kletterten zu dem Doktor in den Geländewagen und er fuhr sie nach Hause.
Ein kleiner Hase, der alles aus sicherer Entfernung beobachtete hatte, hoppelte zufrieden davon.
Der Huberbauer aber bekam eine kräftige Geldstrafe und durfte keine Tier mehr halten.
Herta aber wurde wieder gesund und tollte zusammen mit Randi glücklich über die Wiese.
Karin und Elli besuchten sie fast täglich. 

(c) Lore Platz 8.02. 2019







Mittwoch, 19. März 2025

Frühlingszauber

 19.03.2025  Alles wiederholt sich, hatten wir doch vor kurzem schöne Frühlingstage, naja für heute wurde Schnee angesagt. 
 
 
 Zitat zum heutigen Tag
 
Albert Einstein

 Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens




 
 

 
 
Leise rieselt der Schnee
und niemand find des schee
der Frühling hat uns doch bereits besucht
und nun kommt wieder der Winter, verflucht
na des moag i net
hoffentlich er boid geht
 
Das geht doch gar nicht, deshalb will ich mit Bildern und einem Gedicht den Frühling hervorlocken








Frühlingszauber

Ein schöner Jüngling schwebt über das Land
Als Frühling ist er überall bekannt
Wo vor kurzem noch wirbelten die
Schneeflocken
Gelingt es ihm mit frohem Lied die Blütenkelche hervor zu locken
Welch eine Pracht, der Farben bunter Reigen
Dazu spielt der Wind mit seinen Geigen
Die Sonne sie strahlt vom wolkenlosen Firmament
Eine Elfe tanzt selbstvergessen nach einer Melodie, die nur sie kennt
Die Vögel zwitschern voll Übermut
Ja, die Sonne ist für alle gut
Kein Langschläfer will jetzt mehr länger im Bette bleiben.
Sich lieber in der Natur die Zeit vertreiben
Tief einatmen den herrliche Duft
Von Blüten und Frühling geschwängerter Luft
Unbarmherzig und garstig kann heute keiner sein
Da wäre man wohl gänzlich allein
Der Frühling bereitet mit kundiger Hand
Über die Herzen sein wundersames fröhliches Band
Nun atmet auch ihr meine Lieben tief ein
Und denkt daran dieses Jahr kann nur einmal Frühling sein

© Lore Platz
 
 
Die Elfen wollen auch endlich wieder hinaus aus ihrem Winterquartier, ich habe ihnen geholfen. 
 
 
Das kleine Auto und die Elfenprinzessin

 
Onkel Oskar, Onkel Oskar, sieh nur wie hübsch ich bin!“ 
Bellinda, das einzige Mädchen der Drillinge klettert über die Rücklehne und stellt sich auf dem Beifahrersitz auf die Hinterbeine. Die Pfötchen über dem Kopf dreht sie sich wie ein kleine Ballerina, dass der weite Rock des hübschen roten Kleidchen um ihre Beine schwingt. Eine rote Schleife schmückt das rechte Ohr.
Oskar lächelt liebevoll, das kleine Mäusemädchen war sein ganz besonderer Liebling. Und so meint er freundlich: „ Du siehst wirklich bezaubernd aus, wie ein kleines Fräulein.“ 
Bellinda hält in ihrem Tanz inne und strahlt. 
„Nicht wahr, mein Kleid ist ja soooo schön! Mama hat es extra von Madame Spinne anfertigen lassen. Weißt du meine Kusine Mira heiratet doch heute und ich darf Blumen streuen.“
 
 
 
Halt die Klappe, Bel, das erzählst du Onkel Oskar schon seit einer Woche,“ brummt ihr Bruder Oskar und kommt auch nach vorn. 
Schick schaut er aus in dem hübschen kleinen Frack. Frau Kathrin klettert über die Lehne, eine große Tasche in der einen Hand und einen Koffer in der anderen Hand. Sie sieht etwas genervt aus und setzt sich prustend nieder.
Herr Max kommt durch das Fenster. 
„Die Schneckenpost wartet.“ 
Frau Kathrin drückt ihm das Gepäck in die Hand und Herr Max schlüpft hinaus, um es auf der Kutsche zu verstauen. 
Bellinda trippelt aufgeregt von einem Bein auf das andere. „Stell dir vor wir dürfen mit der Kutsche fahren, ist das aufregend.“
Frau Kathrin sieht sich um. „Wo ist Bruno?“ 
„Der Herr Professor wird wieder seine Nase in ein Buch gesteckt haben,“ grinst Oskar. 
Frau Kathrin wirft ihm einen strafenden Blick zu. „Du sollst dich nicht immer über deinen Bruder lustig machen, ich wäre froh, wenn deine Zensuren besser wären. Nun geh und hole ihn.“ 
„Bruuunnnooo!“ brüllte Oskar und seine Mutter zuckt zusammen. 
Gleich darauf erscheint der Mäusejunge.
Auch er trägt einen kleinen Frack und sieht seinem Bruder sehr ähnlich, nur  dass auf seiner Nase eine kleine Brille sitzt. 
„Nun können wir ja gehen, auf Wiedersehen Herr Oskar, wir werden einige Tage bei unseren Verwandten bleiben.“ 
"Auf Wiedersehen Onkel Oskar!“ rufen die Kinder.“
Still ist es jetzt im Auto und Herr Oskar ist ein wenig traurig, aber dann tröstet er sich, dass seine Untermieter ja bald wieder zurückkommen.
Außerdem ist er ja nicht allein, immer wieder kommt eines der Waldtiere vorbei und bleibt auf einen kleinen Plausch stehen.
Dann geht der Tag zu Ende und die Sonne geht schlafen und der Mond nimmt ihren Platz ein. 
Die Vögel kuscheln sich in ihre Nester und die Tiere verschwinden in ihrem Bau. Stille liegt über dem Wald. Auch Herr Oskar schließt die Augen und ist bald eingeschlafen.
Etwas weckt ihn auf. Es ist dunkel draußen und nur das fahle Licht des Mondes beleuchtet ein wenig den Wald. Alles ist ruhig und Herr Oskar dachte schon, er hätte sich getäuscht und schließt wieder die Augen. Doch dann hört er ein leises Weinen.
„Hallo, wer weint denn da?“ Sofort verstummt das Weinen, man hört nur noch ein leisen Schniefen. 
„ Habt keine Angst, ich tue euch nichts, zeigt euch doch.“ 
Er spürt eine leichte Bewegung und durch den Mond der durch die Scheibe scheint, sieht er nun ein kleines zartes Wesen, das auf der Ablage sitzt. So etwas zartes und süßes hatte Herr Oskar noch nie gesehen.
 
 
„Wer bist denn du?“ 
„Ich bin Sonilinde, die Tochter der Elfenkönigin Sonnenblume und ich wurde von dem bösen Kobold Alberich gejagt. Beinahe hat er mich erwischt, aber ich konnte mich losreißen, dabei sind meine Flügel verletzt worden und ich kann nicht mehr fliegen. 
Zum Glück kam mir der Wind zu Hilfe, er schickte mir ein Blatt, an das ich mich hängen konnte und blies mich hier in den Wald. Und ich bin zu ihnen herein gekrochen, weil ich hoffe der Kobold findet mich hier nicht.“
Wieder fängt sie zu weinen an.
 „Aber, aber,“ tröstet Herr Oskar, „der Wind wird sicher eurer Mutter Bescheid sagen und sie holt euch ab.“ 
Doch Sonilinde schüttelt den Kopf. „Er musste gleich weiter!“
„ Nun schlaft kleine Elfe, morgen sieht alles viel besser aus.“ 
Das zarte Wesen klettert wieder auf den Sitz, doch dann meint es schüchtern. 
„Können sie die Fenster nicht schließen? Nicht, dass der Kobold mich hier findet.“ 
„Leider geht das nicht, ich sitze hier fest und kann mich nicht rühren.“ 
„Vielleicht könnte ich?“ 
Herr Oskar schmunzelt: „Sehen sie die Kurbel da an der Tür, das ist viel zu schwer für sie.“ 
Die Elfe lacht und es klingt wie das Läuten eines silbernen Glöckchen. „ Ich hab doch meinen Zauberstab!“
Sie hält den Sternenstab gegen die Kurbel, die sich wie von selber dreht und das Fenster ist geschlossen. Dasselbe macht sie auf der anderen Seite. 
„ Nun bin ich sicher.“ 
Mit einem zufriedenem Seufzer kuschelt sie sich zusammen und bald zeigen zarte kleine Töne, dass sie eingeschlafen ist.
Herr Oskar aber kann noch nicht schlafen. Schmunzelnd denkt er über dieses neue Abenteuer nach. Seit er hier im Wald gestrandet ist, war sein Leben nie mehr langweilig. Bald aber schläft auch er.
Es ist spät, als er am nächsten Morgen erwacht und auch sein kleiner Gast schläft noch. 
Im Wald ist es auffallend still und es ist auch niemand zu sehen. Sonst um diese Zeit herrschte hier um ihn herum schon reger Betrieb. 
Da sieht er Fritz, den Igel, der mit schnüffelnder Nase auf den Boden ihm entgegenläuft. 
 „Fritz!“ 
Der Igel reagiert nicht. Richtig er konnte ihn ja nicht hören, die Fenster waren zu.
Herr Oskar räuspert sich. 
„Fräulein Sonilinde!“ 
Die kleine Elfe regt sich, hebt gähnend beide Arme und streckt sich. 
„Guten Morgen, Herr Oskar!“
„ Guten Morgen mein Fräulein, würdet ihr bitte die Fenster wieder öffnen, ich möchte gerne meinen Freund etwas fragen.“
Wie ein Blitz gehen die Fenster runter und als nun Herr Oskar ruft, hebt der Igel den Kopf und trippelt näher ans Auto heran.
„Guten Morgen Oskar.“ 
„Guten Morgen Fritz. Weißt du, warum der Wald heute wie ausgestorben ist.“
„Sie machen sich alle fein, denn heute hat die Elfenkönigin Sonnenblume
Geburtstag und alle sind zum Fest eingeladen.“ 
Sonilinde seufzt leise. „ Weißt du ob sich der Kobold Alberich im Wald herum treibt?“
Fritz zieht seine Schnauze ein und ist nur eine stachelige Kugel.
„So ein Hasenfuß, da werden wir wohl keine Antwort die nächste Zeit erhalten. Aber bald wir bestimmt jemand vorbei kommen und uns helfen.“
Verzagt klettert die kleine Elfe auf den Beifahrersitz und da Herr Oskar befürchtet, dass sie gleich wieder los weinen wird, erzählt er ihr lustige Streiche von den Drillingen und bringt Sonilinde zum Lachen. 
Doch die Zeit vergeht und immer noch lässt sich jemand blicken und auch Fritz liegt immer noch zur Kugel gerollt vor dem Auto. Herr Oskar ist etwas besorgt, doch er will die kleine Elfe nicht beunruhigen.
Dann hat er eine Idee. 
„Fräulein Sonilinde können sie mit ihrem Zauberstab auch die Hupe zum Tönen bringen?“ 
„Was ist eine Hupe?“
„Damit kann ich mich bemerkbar machen, es ist ein lang anhaltender Ton. Sehen sie vorne das runde Rad, das ist das Steuerrad und dieser kleine Hebel daran ist die Hupe.“ 
Die Elfe zückt den Zauberstab und der Hebel bewegt sich und ein lautes „Tuuuuuuut“ ertönt.
Vor Schreck fällt Sonilind auf den Rücken, doch dann beginnt sie zu kichern und lässt die Hupe nochmal ertönen.
Fritz streckt erschrocken seine Nase heraus, um dann sofort wieder in der Kugel zu verschwinden.
Doch ringsum wird es lebendig. Die Tiere kommen von allen Seiten angelaufen und scharren sich um das Auto. Der König des Waldes schreitet aus einem Gebüsch und die Tiere bilden eine Gasse, um ihn zu Herrn Oskar zu lassen.
„Haben sie diesen seltsamen Laut ausgestoßen, Herr Oskar.“ 
„ Ja, mein kleiner Gast hier, braucht eure Hilfe!“
Die Elfenprinzessin klettert durch das Fenster auf das Dach und erzählt nun ihr Abenteuer. Als sie berichtet, dass ihre Flügel beschädigt sind und sie nicht mehr fliegen kann, geht ein mitleidiges Aufseufzen durch die Versammlung. 
Der Hirsch aber beugt sein Geweih und bittet. „Prinzessin wir werden sie zu ihrer Mutter bringen, klettert bitte auf mein Geweih.“ 
Dann setzt sich der lange Zug der Tiere in Bewegung, um zur Sonnenblumenwiese zu marschieren. 
„Auf Wiedersehen, Herr Oskar und danke!“ ruft die kleine Elfe und winkt ihm zu.
Dieser ist ein wenig traurig, doch dann schmunzelt er. Eigentlich hatte er doch gar keine Lust an diesem Fest teilzunehmen, dazu war er doch schon zu alt und behäbig.
Er ließ seine Gedanken schweifen, da spürt er auf einmal eine Bewegung und eine Elfe mit schwirrenden Flügeln lässt sich auf dem Beifahrersitz nieder.
„Guten Tag Herr Oskar, ich bin Sonnenblume und möchte mich bei ihnen herzlich bedanken, dass sie meiner Tochter geholfen haben.“
„ Guten Tag, das ist doch nicht der Rede wert, aber haben sie nicht heute Geburtstag, herzlichen Glückwunsch.“
„Danke schön, aber ich würde ihnen gern eine Freude machen.“ 
Herr Oskar lacht: „ Aber ich habe doch nicht Geburtstag!“ 
Auch die Elfenkönigin lacht. „ Meine Tochter hat mir erzählt, dass sie sich nicht bewegen können. Meine Zauberkraft reicht zwar nicht, dass sie wieder fahren können, aber alles anders könnten sie bewegen, wenn sie den Wunsch dazu haben. Möchten sie?“
Herr Oskar strahlt. 
"Das wäre prima. Wissen sie, ich habe mir schon etwas Sorgen gemacht, wenn es kalt wird, ob meine Mäusefamilie dann nicht erfriert, aber wenn ich die Fenster schließen kann.“
„ Und die Heizung betätigen!“
Die Elfe hebt den Zauberstab und murmelt einige Worte. Dann meint sie lächelnd. 
„Nun Herr Oskar wollen sie es ausprobieren, sie brauchen nur zu wünschen.“
Und Oskar lässt die Fenster auf und zu gleiten, die Kühlerhaube und Motorhaube hinaufschnellen und wieder runter, die Scheinwerfer auf strahlen und die Hupe lang ertönen. 
Frau Sonnenblume lacht und als Oskar sich wieder beruhigt hat, meint sie bedauernd. 
„Nun muss ich wieder zu meinen Gästen. Ach, meine Tochter lässt fragen, ob sie sie besuchen darf?“ „Gerne, ich habe die Kleine ins Herz geschlossen, sie ist ja wirklich entzückend. Aber ist es nicht zu gefährlich, der Kobold Alberich?“ 
„Den habe ich in die Unterwelt verbannt, der kann keinen Schaden mehr anrichten. Nun aber auf Wiedersehen!“ 
Sie fliegt davon und Oskar lässt nun sein Auto tanzen, hebt Kühlerhaube auf und zu, lässt die Hupe erschallen und Fenster sich bewegen, bis Frau Eule aus ihrem Bau fährt und laut „Ruhe“ brüllt.
Oskar kichert und überlässt sich seinen vergnügten Gedanken.



© Lore Platz (2017)






Dienstag, 18. März 2025

Noch mal gutgegangen

 

 
 
 18.3.2025 Manche meiner Geschichten sind wirklich Zeitlos, auch diese Geschichte erinnert mich an die heutige Situation in unserer Politik auf der ganzen Welt.
 
 
  Lore Platz (2021)
 
Das Wetter ist zur Zeit mies, Sonne und Regen wechselt sich ab. Außerdem ist es empfindlich kalt für die Jahreszeit. Nicht gerade schön ist das, deshalb will ich euch ins Theater einladen und lasse euch ein wenig hinter die Kulissen schauen.
Viel Spaß beim Lesen!



(c) Werner Borgfeldt



Noch mal gutgegangen


Trixie steht an der Seite der Bühne und wartet auf ihren Einsatz.
Heute ist Generalprobe für die Operette „Gräfin Mariza“ und Trixie kann immer noch nicht glauben, dass sie die Rolle der Schwester des Verwalters bekommen hat.
Aus den Augenwinkeln sieht sie den Kater Pablo, der wie immer oben auf der Brüstung der Galerie liegt und mit geschlossenen Augen der Musik lauscht.
Sie war erst einige Tage hier engagiert, als sie den jungen halb verhungerten Kater in einer Gasse hinter dem Theater gefunden hat. Leider durfte sie das Tier nicht in die Künstlerpension, in der das Ensemble wohnt, mitbringen.
Direktor Tümpel hat ihr deshalb erlaubt Pablo im Keller des Theaters unterzubringen.
Mittlerweile war der Kater das Maskottchen der Theaterleute und versäumte keine Probe.
Ihr Einsatz!
Trixie läuft auf die Bühne und beginnt mit dem Tenor Rudolf das Lied „Oh schöne Kinderzeit, Brüderlein, Schwesterlein“ zu singen.
Die Tür zum Zuschauerraum klappert und ein Mann in einem braunen Anzug, einer Hornbrille auf der Nase und einer abgeschabten Aktentasche unter dem Arm, kommt den Gang herunter.
Schon auf halben Weg ruft er: „Direktor Tümpel!“
Unwillig dreht dieser sich um: „Mann, sehen sie denn nicht, dass wir mitten in der Probe sind!?“
Der Mann reicht ihm ein braunes Kuvert und meint lakonisch:
Die Räumungsklage, in drei Tagen müssen sie das Theater verlassen.“
Wie bitte!“
Der Gesang verstummt und die Schauspieler drängen nach vorne.
Ich habe dem Bürgermeister, doch erklärt, dass sobald die Premiere vorbei ist, ich die ausstehende Miete bezahlen werde und er war einverstanden!,“ ruft der Direktor.
Der Amtsdiener zuckt die Schultern, dreht sich um und geht.
Betroffen stehen alle da, nur der unverbesserliche Felix ruft: „ Es wiehert der Amtsschimmel!“ und er lässt ein fürchterliches Wiehern erklingen, doch niemand lacht.
Ich gehe ins Rathaus!“ verkündet Direktor Tümpel.
Pablo, der bemerkt hat, dass etwas nicht in Ordnung ist, läuft die Treppe hinunter und drängt sich gerade noch mit dem Direktor durch die Tür.
Dieser bemerkt gar nicht, dass der Kater ihm in das Rathaus folgt, so wütend ist er.
Die Vorzimmerdame grübelt gerade darüber nach, warum der Nachtclubbesitzer Almanzo schon wieder beim Bürgermeister ist, als Direktor Tümpel herein stürmt und direkt auf das Arbeitszimmer ihres Chef zu.
Halt, der Chef hat Besuch!“
Da erblickt Frau Braun den Kater.
Scht, scht, verschwinde, was willst du hier!“
Sie wedelt mit den Händen.
Doch Pablo macht einen großen Bogen um sie und rast hinter Direktor Tümpel ins Zimmer.
Wie ein Verrückter saust er durch den Raum, springt auf den Schreibtisch, schlittert über die Papiere, kippt eine halb gefüllte Tasse Kaffee um und als er mit einem Sprung dann unter dem Schrank verschwindet, segeln mehrere Blätter zu Boden.
Die beiden Männer im Raum starren fassungslos auf das Durcheinander.
Frau Braun kreischt und tupft verzweifelt mit einem Tuch die Kaffeeflecken auf.
Nur Direktor Tümpel bleibt gelassen.
Er bückt sich und sammelt die Papiere zusammen, dann stutzt er und beginnt zu lesen.
Das ist ja ein Ding! Deshalb also haben sie uns die Räumungsklage geschickt, weil sie das Theater an den Nachtclubbesitzer verkaufen wollen.“
Er wendet sich an den elegant gekleideten Mann.
Und was wollen sie aus unserem schönen Theater machen, einen Pornoclub?“
Dieser verzieht spöttisch den Mund.
Ich denke, ich habe hier nichts mehr verloren!“
Direktor Tümpel wendet sich nun an der Bürgermeister, der leichenblass in seinem Stuhl hängt.
Schweißperlen stehen auf seiner Stirn.
Er schwitzt vor Angst.
Ich konnte nicht anders, ich habe Spielschulden bei ihm,“ stammelt er.
Direktor Tümpel wirft ihm einen verächtlichen Blick zu.
Und dafür wollten sie unser schönes Theater opfern!“
Bitte geben sie mir den Brief, ich nehme auch die Räumungsklage zurück,“ fleht der Bürgermeister.
Doch der Direktor schüttelt den Kopf.
Ich denke, dafür werden sich einige Herren im Stadtrat interessieren.“
Er dreht sich um und verlässt das Zimmer.
Pablo flitzt unter dem Schrank hervor und folgt ihm.
Auf der Straße beugt sich Direktor Tümpel zu dem Kater hinunter und krault ihn hinter dem Ohr.
Das hast du gut gemacht, mein Junge, aber nun geh zurück ins Theater. Den Rest schaffe ich alleine.“
Als hätte Pablo ihn verstanden läuft er die Straße entlang zum Theater.
Direktor Tümpel aber verschwindet im Gebäude des Tagesboten, dessen Redakteur im Stadtrat sitzt.

Eine Woche später findet die Premiere der „Gräfin Mariza“ statt und wird ein voller Erfolg.
Besonders lachen die Zuschauer, wenn Pablo, der inzwischen als Held gefeiert wird, immer wieder über die Bühne läuft.
In der Loge für die Ehrengäste fehlt der Bürgermeister, denn der ist aus gesundheitlichen Gründen zurück getreten.

© Lore Platz (2021)


Samstag, 1. März 2025

heile, Heile Gänschen

 

 

 

 


 

Wer kennt es nicht dieses Lied. Gestern habe ich mir "Mainz, wie es singt und lacht angeschaut und wurde nicht enttäuscht. Danach gab es noch einen Rückblick auf 70 Jahre bestehen dieser Sendung und da sang Ernst Neger dieses Lied. Mainz ist eine sehr tolerante Stadt und urteilt nicht woher ein Mensch kommt.

Ich habe viele Jahre Kindern aus verschiedenen Ländern Nachhilfe gegeben und zu ihnen gesagt; mir ist es egal aus welchem Land jemand kommt. Für mich gibt es nur gute und böse Menschen.

Genießt die Tage und vergesst das Lachen oder Lächeln nicht. Ein Zitat aus einem Film von Rainer Fassbinder :

"Angst essen Seele auf "

ich freue mich nun auf die morgige Ankunft meiner Tochter.

 

 


 

1. 

Bei all den kleinen Kinderlein
Gibts manchen großen Schmerz:
Hat's Püppchen was am Fingerlein
Bricht Mutti fast das Herz,
Dann kommt die Mama schnell herbei
Nimmt's Kindchen auf den Schoß
Und sagt bedauernd: Ei, ei, ei,
Ja was hat mein Kindchen bloß?
Bewegt sie es ans Herze zieht
Und singet ihm zum Trost das Lied:


 

 


2. 

Und sind die Kinder größer dann
Erwacht im Herz die Lieb
Es dreht sich alles um den Mann
Den bösen Herzensdieb,
Doch wenn das Herz in Flammen steht
Vor Liebe, Lust und Glück,
Der Mann sehr oft von Dannen geht
Läßt weinend sie zurück.
Dann singt die Mutter angst und bang
Das Lied das sie dem Kind einst sang:



3. 

Das Leben ist kein Tanzlokal,
Das Leben ist sehr ernst,
Es bringt so manche Herzensqual,
Wenn du es kennen lernst,
Doch brich nicht unter seiner Last,
Sonst wärest du ein Tor,
Und trag was du zu tragen hast,
Geduldich mit Humor,
Und denk dein ganzes Leben lang,
Ans Lied das dir die Mutter sang:


4. 

Wenn ich mir so mei Meeenz betracht,
Dann denk ich in meim Sinn
Mer hat's mit Meeenz genau gemacht,
Wie mit der Stadt Berlin,
Man hat's zerstört, hat's zweigeteilt
Und trotzdem hab ich Mut

 

 

 

 Refrain:
 

Heile, heile Gänsje
Es is bald wieder gut,
Es Kätzje hat a Schwänzje
Es is bald wieder gut,
Heile heile Mausespeck
In hunnert Jahr is alles weg.