Mittwoch, 3. April 2019

Robins Wiese Fortsetzung

Viel Spaß beim Weiterlesen!





Doch sie will ihr kleines Volk nicht noch mehr beunruhigen und deshalb lächelt sie und verspricht:
Habt keine Angst , ich werde mir etwas einfallen lassen.“
Voller Vertrauen zu ihrer Königin schwirren die Elfen zu ihren Blumen und bald hört man sie wieder fröhlich Singen und Lachen.
Elfen können nun mal nicht lange betrübt sein.




Der Abendwind fliegt lustlos durch die Straßen.
Erst als er die Wiese erreicht, die friedlich im Mondschein schläft, lächelt er.
Sanft fährt er über die geschlossenen Blüten, in denen die Elfen friedlich schlummern und lächeln, als diese sich leicht im Wind bewegen.
Eine der Blüten ist noch geöffnet und der Abendwind sieht sich suchend um.
Primelchen sitzt auf einem Strauch, die Arme um die Beine geschlungen und das Kinn auf die Knie gestützt.
Leise setzt sich der Abendwind neben sie.
Primelchen hebt den Kopf.
Tränen glitzern in ihren Augen und ganz sachte pustet der Wind sie trocken.
Traurig lächelt die kleine Elfe.
Du weißt, dass unser Beschützer ins andere Reich gegangen ist?“
Der Abendwind nickt und die Blätter am Strauch rascheln leise.
Nun wollen die Menschen in der Stadt unsere Heimat zerstören und ich weiß nicht, wohin ich mit meinem Volk ziehen soll.“
Traurig verzieht der kleine Wind das Gesicht.
Er lebt schon länger als die Menschen auf dieser Welt und konnte immer wieder beobachten, wie sie erst alles aufbauten und dann durch Kriege wieder alles zerstörten.
Doch die Natur hatten sie bisher immer gehegt und gepflegt, bekamen sie doch von ihr die Gaben zum Überleben.
Doch in den letzten Jahrzehnten haben sie mit ihren Häusern und Maschinen und Erfindungen immer mehr der schönen Erde erobert und den Tieren und Pflanzen den Lebensraum genommen.
Dachten sie doch, sie brauchten die Natur nicht mehr, konnten sie doch inzwischen schon künstliche Nahrung herstellen.
Der Kleine Abendwind schüttelt die traurigen Gedanken ab und überlegt, wie er seiner Freundin helfen könnte.
Leider kenne ich keinen Ort in der Nähe wohin ihr flüchten könnt, aber ich werde meine Schwester die Kleine Brise fragen, sie streift tagsüber durch die Gegend.“
 
(c) eigenes Foto
Primelchen lächelt dankbar.
Du solltest schlafen gehen, Elfenkönigin, morgen sieht vielleicht schon alles anders aus.“
Du hast recht ,mein Freund.“
Primelchen fliegt zu ihrer Blume, kuschelt sich hinein und diese schließt ihre Blüten.
Der Abendwind aber pustet sacht und wiegt sie in den Schlaf.

Als Primelchen am nächsten Morgen erwacht fühlt sie sich seltsam getröstet und sie hat das Gefühl, als würde alles wieder gut werden.
Auf der Wiese ging es schon fröhlich zu.
Jede Elfe war für ihre eigene Blume verantwortlich
Sie musste dafür sorgen, dass sie immer genügend Wasser bekam, dass sie vom Unkraut befreit wurde, bei starkem Wind nicht umknickte und ihre frische schöne Farbe behielt.
Die Elfen sangen, lachten, schwatzten und hatten die drohende Gefahr schon längst vergessen.
Gegen Mittag kam eine Schwalbe, begleitet von Kleiner Brise, und landete direkt vor Primelchen.
Eine Elfe mit feuerrotem Haar klettert herunter und lacht fröhlich.
Hallo, ich bin Mohnblüte und du bist sicher Primelchen.“
Hallo Mohnblüte, herzlich willkommen.“
Die Elfen kommen heran und bilden einen Kreis.
Primelchen führt ihren Gast zu einem Blaubeerstrauch, der etwas im Schatten steht und bittet einige Elfen ihnen Honigmet und für die Schwalbe Wasser zu bringen.
Kleine Brise ist schon weiter geflogen.
Bald sitzt das Elfenvölkchen auf dem Strauch um Primelchen und Mohnblüte herum.
Diese nimmt einen Schluck von dem Honigmet, der in einer zierlichen Trompetenblume gereicht wird und meint vergnügt.
Euer Honigmet ist sehr gut, da wird sich mein Vater König Kornsamen aber freuen, wenn ihr erst bei uns seid und solch einen herrlichen Met bereitet.
Sie lacht, als sie die erstaunten Blicke ringsum sieht.
Kleine Brise war bei uns und hat mir eure Not geschildert.
Die Menschen sind manchmal so gedankenlos und wissen gar nicht, was sie der Natur antun.“
Sie sieht sich auf der schönen blühenden Wiese um und seufzt bekümmert.

(c) meine Tochtet


Mein Vater hat mich sofort mit Schnäbelchen zu Euch geschickt. Kleine Brise hat uns den Weg gezeigt.“
Sie nimmt einen Schluck.
Der Weg war weit und staubig.“ lächelt sie.
Mein Vater bittet euch zu uns zu kommen. Wir leben auf einem wunderbaren Gebiet und bieten euch eine Heimat.“
Jubel bricht aus und die Elfen tanzen in der Luft.
Mohnblüte und Primelchen betrachten sie lächelnd.
Als sich alle wieder beruhigt haben, erzählt ihnen Mohnblüte von ihrer wunderschönen Heimat.
Und die Menschen, die dort leben, werden die nicht auch eines Tages alles zerstören?“ fragt Primelchen bange.
Mohnblüte schüttelt lächelnd den Kopf.
Nein die Menschen haben aus unserem Gebiet einen Naturschutzpark gemacht und dort können Pflanzen und Tiere geschützt leben.
Und wenn einmal einer von diesen Menschen ins andere Reich wechselt, dann ist der Naturpark durch Verträge und andere Menschen geschützt.“
Die Elfen sind inzwischen alle verschwunden, doch nun kommen sie und jeder trägt ein Köfferchen in der Hand.
Mohnblüte lacht herzlich.
Nein, meine Lieben, ich kann euch jetzt nicht mitnehmen, denn der Weg ist viel zu weit. Das würden eure kleinen Flügelchen nicht schaffen.“
Sie sieht in die enttäuschten Gesichter und tröstet.
Morgen werde ich euch holen. Mein Vater hat eine Versammlung der Vögel einberufen.
Nicht weit von hier habe ich einen Telefonmasten entdeckt, dort werden die Vögel morgen sich sammeln und ihr könnt dann auf ihren Rücken in eure neue Heimat reisen.
Ich komme mit Schnäbelchen und hole euch ab.“
Nun strahlen die kleine Wesen wieder und bringen ihre Köfferchen zurück.
 Mohnblüte aber verabschiedet sich, denn der Weg ist weit.
Still sehen die Elfen ihr nach, bis die Schwalbe nicht mehr zu sehen ist, dann aber lachen, schwatzen, singen und jubilieren sie und schwirren ausgelassen über die Wiese.
 
(c) RMzV

Nur Hoppelchen ist auffallend still.
Außer Primelchen aber bemerkt dies niemand.
Die Elfen sind liebenswerte, sorglose Geschöpfe, die sich selten Gedanken machen und niemals lange unglücklich sind.
Die Elfenkönigin aber setzt sich neben den Hasen ins Gras und fragt leise:
Was bedrückt dich?“
Hoppelchen hebt den Kopf und sieht sie aus traurigen Augen an.
Ihr werdet Morgen mit Mohnblüte in eure neue Heimat fliegen und was wird aus mir?“
Primelchen erschrickt.
Daran hat sie gar nicht gedacht.
Seit zwei Jahren war der Hase nun bei Ihnen, doch in die neue Heimat konnten sie ihn nicht mitnehmen.
Den weiten Weg konnte er nicht laufen.
Aber wo sollte er in Zukunft bleiben?
Den harten Kampf auf der Straße würde er nicht lange überleben.
Ich werde mir etwas einfallen lassen,“ verspricht sie und ist sich doch selbst nicht sicher.
Doch Hoppelchen sieht sie voller Vertrauen an und rast Hacken schlagend über die Wiese und tollt vergnügt mit den Elfenkindern herum.
Primelchen aber setzt sich auf den Zaun und blickt traurig auf die kleine Hütte, in der bis vor kurzem noch ihr Beschützer gelebt hat.
Nur Menschen mit reinem Herzen können Elfen sehen und diese werden immer weniger.
Robin und seine Frau gehörten zu diesen selten Menschen.
Nur ab und zu wird noch ein ganz besonderes Kind geboren.
Kind?
Primelchen klatscht in die Hände und lacht fröhlich.
Annegret! Sie konnte Elfen sehen und musste ihr helfen! 

Fortsetzung Morgen