Mittwoch, 24. Juli 2019

Geschichten aus dem Zauberwald Unwirsch 3








Goldflimmer sieht ihr sinnend nach, dann verlässt auch

sie das Zimmer.

Das Wetter ist herrlich.








Die Sonnenkinder spielen mit dem Gras und

spinnen ihre goldenen Fäden in den See.

Goldflimmer summt ein heiteres Liedchen und

lässt sich vom Wind tragen.

Nach einiger Zeit gleitet sie vorsichtig zu

Boden und geht zu Fuß weiter.

Träumend wandert sie durch die bunte

Blumenwelt und kommt schließlich zum See,

an dessen Ufer Frau Graugans steht mit

ihren Kindern.

Guten Tag Frau Graugans, guten Tag

Watschel, guten Tag Witschel, aber?”

 Sie sieht sich suchend um.
     
Wo ist denn Wutschel?”






Frau Graugans beginnt zu weinen.

Ach Goldflimmer, der Junge war unartig und

ich habe ihm den Flügel um die Ohren

gehauen, da ist er beleidigt davon gelaufen.

Ich mach mir so große Sorgen!”

Liebe Frau Graugans, nun weinen sie doch

nicht, ich helfe ihnen beim suchen.”

Goldflimmer erhebt sich in die Luft und fliegt

suchend am Ufer entlang.

Als sie einen schwachen Hilferuf vernimmt,

fliegt sie in diese Richtung und sieht wie das

Gänsejunge eilig durch das hohe Gras

watschelt verfolgt von einem Fuchs.




Schnell landet die kleine Elfe neben dem

erschrockenen Wutschel, der erleichtert

aufatmet als er seine kleine Freundin

erkennt.

Schnell versteck dich, ich werde den Fuchs

weglocken, “ flüstert Goldflimmer.

Wutschel kriecht unter einen Strauch und die

Elfe läuft nun weiter durch das hohe Gras und

schnattert dabei wie eine Gans.

Der Fuchs in der Meinung, den Gänsejungen

vor sich zu haben, folgt ihr.

Als sie schließlich den großen Wald erreichen, 
 
fliegt die Elfe in die Höhe, winkt dem Fuchs

vergnügt zu und ist bald seinen Blicken

entschwunden.

Der Fuchs, der merkt, dass er geprellt wurde,

läuft wütend nach Hause.

Goldflimmer aber fliegt schnell zurück zu

Wutschel, der völlig verängstigt im Gebüsch

kauert.

Der Fuchs ist weg, du musst keine Angst

mehr haben, aber nun lauf zu deiner Mama

zurück, die macht sich schon sorgen und sei

in Zukunft etwas braver.” mahnt die Elfe.

Wutschel nickt eifrig, bedankt sich und 

watschelt zum See hinunter.

Goldflimmer aber marschiert fröhlich weiter.

Als sie an das dumme Gesicht des geprellten

Fuchses dachte, muss sie kichern.




Hallo, Goldflimmer, willst du mir nicht

erzählen, was dich so belustigt?” ruft eine

feine Stimme hinter ihr.

Die kleine Elfe blickt sich um.

Guten Tag, Frau Königin” grüßt sie artig die

Biene.

Guten Tag, Goldflimmer, komm steig ein und

erzähle mir etwas fröhliches, ich langweile

mich schrecklich.”
Hurtig klettert die Elfe in die goldene Kutsche,

die von vier Heupferdchen gezogen wird.

Der Kutscher, ein Rosenkäfer, schnalzt mit

der Peitsche und der Wagen setzt sich in

Bewegung.

Die kleine Elfe erzählt nun der Bienenkönigin

von ihrem eben erlebten Abenteuer.

Diese amüsiert sich köstlich und immer

wieder klingt ihr fröhliches Lachen über die

Wiese.

Inzwischen sind sie am Bienenschloss, einem

mächtigen Baumstamm mitten im Wald,

angekommen,

 
Zwei Dienerinnen eilen herbei und helfen

ihnen aus der Kutsche.

Der Kutscher führt die Heupferde durch den

Eingang unter der Wurzel in den Stall.

Goldflimmer lehnt die freundliche Einladung

der Bienenkönigin mit ins Schloss zu

kommen, ab und spaziert weiter.

Am Bach beugt sie sich vorsichtig ins

Wasser , um zu trinken.




Ein plumper Frosch hüpft von einem

Seerosenblatt und spritzt sie voller Wasser.

Oh Entschuldigung werte Dame, das wollte

ich nicht, darf ich ihnen dafür ein Ständchen 

bringen.”
Er winkt seinen Freunden und voller

Begeisterung beginnen sie nun aus voller Kehle 

zu quaken.

Goldflimmer muss sich bemühen ein ernstes

Gesicht zu machen.

So entsetzlich und unmelidiös klingt der

Gesang, aber sie meinen es ja gut und reißen

voller Freude ihre breiten Mäuler auf.

Plötzlich ertönt der Ruf:

Achtung ein Storch!”

Und mit einem lauten Platsch verschwinden

die Sänger im Wasser.

Majestätisch stelzt der Storch auf seinen

langen Beinen durch den Bach, klappert mit

dem Schnabel, sieht sich suchend um und

schreitet weiter.

Goldflimmer aber erhebt sich in die Luft und

fliegt in Richtung Zwergenreich.

Sie verbringt eine vergnügte Stunde mit ihrer

Freundin Melisande und deren Eltern, die

gerade zu Besuch waren.

Später kommt dann noch Gaukelchen hinzu

und unterhält die kleine Gesellschaft mit

fröhlichen Geschichten.

Goldflimmer hat ihm die Einladung von Frau

Siebenpunkt ausgerichtet und er hat

angenommen.

Verträumt verlässt die Elfe das Schloss. Er

gefällt ihr dieser Gaukelchen, er gefällt ihr

sogar sehr gut.

Schmunzelnd entfaltet sie ihre Flügel und

fliegt über die Zwergenstadt in Gedanken

immer noch bei dem eleganten Ballettmeister.

Doch plötzlich stutzt sie.






In Viktors Garten pflückt doch jemand

Erdbeeren .

Die kleine Elfe fliegt näher und stellt empört

fest.

Das war doch ein Koboldmädchen!

Im Sturzflug fliegt sie nach unten und landet

direkt neben dem Mädchen.

Dieses lässt vor Schreck den Korb fallen und

die Beeren kullern ins Gras.

Mit blitzenden Augen, die Arme in die Seiten

gestemmt schimpft Goldflimmer.

Wie kannst du es wagen, hier in Viktors

Garten einfach die Erdbeeren zu stehlen. Man

wird dich in den Turm werfen.”

Mit offenem Mund starrt Trulla das

strahlende, gold glänzende Wesen an.

Bist du die Sonne?”

Nun muss Goldflimmer lachen.

Nein ich bin eine Blumenelfe und die Kusine

von Aurelia, deren Reich ihr beinahe zerstört

hättet!”

Trulla senkt den Kopf und dicke Tränen

kullern über ihre Wangen.

Ich weiß,” flüstert sie , unser König

Unwirsch war so verliebt in Aurelia und hätte

bald das ganze Koboldreich ins Verderben

gestürzt.”

Goldflimmer betrachtet das Koboldmädchen

nachdenklich.

Eigentlich sieht sie gar nicht so böse aus,

eher unglücklich und traurig.

Und aus einem Gefühl heraus fragt sie.

Du liebst Unwirsch?”

Trulla hebt den Kopf, wischt die Tränen ab,

schnieft und nickt .

Die Erdbeeren sind für ihn, er liebt

Erdbeerkuchen”, flüstert sie.




Und deswegen begibst du dich in Gefahr, du

musst ihn wirklich sehr lieb haben. Weißt du

denn nicht, dass die Kobolde verhasst sind

und bei den Zwergen ganz besonders. Wenn

man dich erwischt landest du im Turm.”

Trulla lächelt kläglich, “ und dabei beachtet er

mich kaum, nimmt alles wie

selbstverständlich hin, was ich für ihn tue und

schwärmt nur von den herrlichen Elfen.”

Dann solltest du vielleicht nicht mehr so viel

für ihn tun,”meint Goldflimmer und reicht ihr

eines ihrer fein gewebten Taschentücher.

Sie beginnt die Früchte aufzusammeln.

Wir sollten von hier verschwinden, bevor

uns noch jemand sieht. Amelie und Viktor

werden bald zurück kommen.”

Du wirst mich nicht verraten?”

Goldflimmer schenkt ihr ein strahlendes

Lächeln.


Nein, ich mag dich!”


Trulla lächelt scheu und gemeinsam sammeln

sie die Erdbeeren in den Korb.

Gemeinsam tragen sie auch den Korb und

unterwegs haben sie sich viel zu erzählen.

Als sie den Eingang zur Koboldhöhle erreicht

haben sind sie die besten Freundinnen.

Goldflimmer fliegt nach Hause und Trulla

betritt die Höhle.





Morgen geht es weiter